Wer Vermicelles mag, wird diesen Kuchen lieben

Nichts gegen den Dessert-Klassiker – aber hin und wieder sollten wir auch einen Vermicelles-Birnen-Kuchen backen.

Von: Nicole Giger

Wer Vermicelles mag, wird diesen Kuchen lieben
Bild: Nicole Giger
07 Nov '17
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Das Auge isst mit, heisst es immer so unhinterfragt. Bei den braunen Würmchen, die Herbst für Herbst als behäbiges Häufchen auf dem Teller landen, tritt diese Regel wohl in den Ausstand. Vermicelles sieht auch mit viel Goodwill nicht wirklich ansehnlich aus. Aber das scheint niemanden so wirklich zu kümmern. Das süsse Pureé ist in der Schweiz ein Verkaufsschlager.

Das Vermicelles stammt ursprünglich aus dem Tessin. Eine der ältesten Confiserien in Lugano verkaufte das Purée, so wie wir es heute kennen, bereits in den 40er-Jahren. Im Laufe der Zeit suchte sich die eigenwillige Tessiner Süssigkeit dann einen appetitlichen Berner – und traf mit der Merängge ins Schwarze. Trockener und spröder konnte der Geliebte zwar kaum sein, doch das Duo harmoniert – it’s a Match, würde Tinder jubeln. Im Herbst erfüllt das Traumpaar dann, oft begleitet von draufgängerisch viel Schlagrahm, landauf, landab die innigsten Dessert-Träume von Gross und Klein.

Platz für Newcomer

Vermicelles lässt sich aber auch wunderbar verbacken. Nichts gegen Coupe Nesselrode und Konsorten, aber hin und wieder sollten die Klassiker pausieren und stattdessen Newcomern Platz machen. So zum Beispiel diesem vielversprechenden Vermicelles-Birnen-Kuchen. Der ist dank einer gehörigen Portion Vermicelles, Eier und Nüssen dermassen saftig, dass sich die alteingesessenen Klassiker in Acht nehmen müssen. Sonst läuft der Neuling dem einstigen Traumpaar noch unbemerkt den Rang ab.

So sieht der Herbst aus, wenn er eine Stunde im Ofen war.

Bild: Nicole Giger

Für Vermicelle-Liebhaber ist dieser Kuchen ein Muss.

Bild: Nicole Giger

Rezept für einen Vermicelles-Birnen-Kuchen

Zutaten

5 Birnen, klein bis mittelgross
1 Esslöffel Zitronensaft
60 g weiche Butter
120 g Rohrzucker
3 Eier
400 g Vermicelles
200 g gemahlene Haselnüsse
80 g Mehl
1/4 TL Zimt, 1/4 TL Kardamom
1,5 TL Backpulver
2 Prisen Salz
1 EL fein gehackte Pistazien 
flüssiger Honig zum Beträufeln

  1. Birnen vorbereiten

    Die Birnen waschen, halbieren, entkernen und in feine Scheiben schneiden. Dann mit etwas Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.

  1. Teig zubereiten

    Die weiche Butter mit dem Zucker in einer grossen Schüssel mit dem Handrührgerät 2 Minuten luftig rühren. Nach und nach die Eier zufügen. Dann das Vermicelles portionenweise zugeben und nochmals so lange rühren, bis eine feine, homogene Masse entsteht. In einer zweiten Schüssel das Mehl mit dem Backpulver, Salz mischen und die gemahlenen Haselnüsse ebenfalls unterrühren. Zimt und Kardamom dazugeben. Die Nuss-Mehl-Mischung unter die Maronimasse heben und den Teig in eine eingefettete Form füllen.

  1. Das Finish

    Die feinen Birnen-Schnitzchen fächerartig in den Teig drücken, die gehackten Pistazien darüber streuen. Den Kuchen dann auf der untersten Rille im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen für ca. 50 bis 60 Minuten backen. Nach etwa 50 Minuten mit einem Zahnstocher die Stäbchenprobe machen – der Teig sollte nicht mehr allzu teigig am Zahnstocher kleben bleiben. Auskühlen lassen und mit Honig beträufeln.

Die Zürcherin Nicole Giger findet: "Wir Menschen brauchen beides: Nahrung für den Kopf und Nahrung für den Körper." Auf ihrem Blog Mags Frisch verbindet sie ihre beiden Leidenschaften, leckere Rezepte und schöne Texte.

Habt ihr Fragen zum Rezept?

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