"Viele Männer richten sich zu sehr nach ihrer Frau"

An der gestrigen "Annabelle"-Soirée haben Männer über das Mannsein diskutiert. Wir haben die 15 besten Zitate.

Von: Marie Hettich

Bild: Lukasz Wierzbowski
24 Okt '17
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Gestern Abend fand zum dritten Mal die "Annabelle"-Soirée statt – mit der spannenden Podiumsdiskussion: "Baustelle Mann: Angespornt oder überfordert?" Wir waren dort und haben euch die schlausten Zitate mitgebracht.

  1. "Männer haben die Frauenbewegung verschlafen. Sie haben lange gehofft, es geht vorbei, sie haben ihre Ohren auf Durchzug geschalten. Langsam dämmert es einigen, dass diese Taktik nicht aufgeht."

    Markus Theunert, Leiter des Schweizerischen Instituts für Männer- und Geschlechterfragen

  1. "Ich bin mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Männer Frauen irgendwie rumkriegen müssen, denn Männer wollen andauernd Sex und Frauen wollen Liebe. Das ist eines der allergrössten Missverständnisse. Männer und Frauen sind da nicht so unterschiedlich."

    Michalis Pantelouris, Journalist und Autor

  1. "Viele Männer sind nicht selbstbewusst genug, um Frauen mit Respekt zu behandeln. Sie haben Angst vor ihnen und begegnen ihnen deshalb mit Machtspielen."

    Michalis Pantelouris

     

  1. "Männer unterliegen dem Zwang, nichts spüren zu dürfen. Zumindest nichts, was mit Angst, Trauer oder anderen vermeintlichen Schwächen zu tun hat. Jungs sind damit beschäftigt, sich wie echte Kerle zu verhalten und alles andere abzuspalten. Irgendwann gelingt das. Sie spüren wirklich nichts mehr. Und dann werden sie zu Arschlöchern."

    Markus Theunert

  1. "Es macht keine Frau glücklich, einen unglücklichen Mann zu haben. Viele Männer hatten in den letzten Jahren die Tendenz, ihr Verhalten danach auszurichten, was ihre Frau davon hält. Es ist wichtig, bei sich selber zu bleiben. Der Mann muss als Individuum seine Bedürfnisse formulieren können."

    Sven Broder, Ressortleiter bei der "Annabelle"

  1. "Der perfektionistische Anspruch von Frauen zwischen 20 und 40, alles unter einen Hut zu kriegen – Kinder, Karriere, Sport, gut aussehen – führt zu ewigem Unglücklichsein."

    Sven Broder

  1. "Es gibt kaum einen Mann, der sagt: Frauen sind nicht so viel wert und nicht so gut wie Männer. Trotzdem ist die Realität die, dass Frauen schwieriger in hohe Positionen kommen, weniger verdienen und so weiter. Es geht hier nicht um den Kampf gegen das Böse, sondern eher um den Kampf gegen Bequemlichkeit. Mann muss es erzwingen, diese Bequemlichkeit zu überwinden. Deshalb bin ich auch ein Verfechter von Frauenquoten."

    Michalis Pantelouris

  1. "Wenn du in deine Ehe nur einen Hauch so viel investiert wie in deinen Job, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dir deine Frau den Laufpass gibt, relativ klein."

    Sven Broder

     

  1. "Viele Männer landen mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus. Gute Männer, die alles brav befolgt haben, was man ihnen gesagt hat. Frauen sollten das nicht imitieren – sondern sich von diesem krankmachenden Gehetze und Gestresse emanzipieren."

    Markus Theunert

  1. "Emanzipation hat mir Dinge ermöglicht, wie zum Beispiel nach der Scheidung meine beiden Töchter zu 50% zu erziehen. Noch vor einer Generation wäre das gar nicht möglich gewesen. Wenn es mit der Emanzipation so weitergeht, wird die Männergeneration nach mir noch ein glücklicheres Leben mit noch mehr Freiheiten führen."

    Michalis Pantelouris

  1. "Der Vaterschaftsurlaub ist nicht einfach ein 'Nice to have'. Der Verzicht auf den Vaterschaftsurlaub ist eine gewollte Entfremdung der Väter vom häuslichen Bereich. Und Frauen tragen das Erwerbsrikiso, das mit der Familiengründung verbunden ist, ganz allein. Daran kann niemand ein Interesse haben – ausser die alten Männer im Bundesrat."

    Markus Theunert

  1. "Die meisten Männer tragen zur Kultur der sexuellen Übergriffe bei, indem sie nichts sehen. Und ein paar tragen dazu bei, weil sie aktiv übergriffig sind. Aber Teil vom Problem sind beide."

    Markus Theunert

  1. "Wir als Gesellschaft sollten Frauen Mut machen, dass sie jedes Mal, wenn sie sexuell belästigt werden, die Hand heben und sagen: Das geht nicht. Und zweitens sollten wir dann nicht dabei stehen und sagen: 'Na die ist ein bisschen empfindlich, die alte Zicke.' Der Übergriff findet da statt, wo sie ihn empfindet."

    Michalis Pantelouris

  1. "Männer kriegt man zum Reden, indem man gar nichts macht. Einfach da sein, ihnen zuhören, ihnen Raum geben, das zu entfalten, was sie entfalten möchten."

    Markus Theunert

  1. "Frauen schweigen zu oft, weil sie denken: Das muss der Mann doch sehen, das muss er doch checken!"

    Michalis Pantelouris

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