Kürbis, wie ihr ihn noch nie gegessen habt

Das Riesengemüse ist nicht bloss für Suppe gut: Probier ihn mal mit Crumble, Naturejoghurt und Honig.

Von: Nicole Giger

Kürbis, wie ihr ihn noch nie gegessen habt
10 Okt '17
zurück +49 -21
10 Okt '17
zurück +49 -21

Max Frisch hatte eine Lieblingsjahreszeit. Nicht etwa den Frühling, wenn alles keimt und spriesst, nein, Frisch mochte den Herbst: die Zeit des Abschieds, der Vergänglichkeit, der Farben. Bevor der Autor sich mit "Homo Faber" in den Schulkanon schrieb, "Andorra" am Zürcher Schauspielhaus Uraufführung feierte und "Montauk" bis nach New York für Aufsehen sorgte, verdiente er sich seine Brötchen als Journalist. So war im Herbst des Jahres 1932, vor fast auf den Tag genau 85 Jahren, in der Neuen Zürcher Zeitung unter dem Titel "Stadtherbst" zu lesen:

"Man steht auf dem Randstein. Man wartet aufs Tram. Hier kann sich der Blick nirgends in einem Garten ausruhen und in keinem einzigen Baum. So lässt man ihn eben geradeausfallen in die Strasse: Da liegt ein Kastanienblatt auf dem Geleise... (...) So farbenfröhlich: blutrot und gelb und violett. Aber bevor es die Räder töten können, erwacht es noch einmal und hüpft einen Wirbel weiter und ruht anderswo; und dann kriecht es knisternd über den Asphalt, gläsern und leise (und doch haben ihm eine Sekunde fast alle Leute nachgeschaut; eine Sekunde war es geradezu berühmt), und jetzt sieht man seine Flackerfarben drüben auf der Dole, wo es sich nicht wieder wehrt. Endlich wird es verlöscht von einem Pneu. Stadtherbst."
NZZ vom 12. Oktober 1932, Max Frisch

Nicht zuletzt der vielen farbenprächtigen Kürbisse wegen ist der Herbst auch für mich die schönste Jahreszeit überhaupt. Darum gilt es in diesen Tagen vor allem eines zu befolgen: Soviel Kürbis essen wie nur möglich. Kürbisse – ganz egal, ob Knirps, Butternuss, Hokkaido und Co. – taugen für so viel mehr als nur Kürbissuppe. Der Kürbis wird es euch danken, wenn er für einmal nicht zu Einheitsbrei werden muss, sondern kurvig und formvollendet auf dem Teller landet.

Zum Beispiel gemeinsam mit einem pikanten Crumble – er ist der perfekte Begleiter zum samtig-weichen Kürbisfleisch. Dazu einen herbstlichen Salat servieren!

Der Butternuss-Kürbis wird gewürfelt...

...der Knirps wiederum als Schnitz serviert.

Rezept für Kürbis-Crumble

Für 3 bis 4 Personen braucht ihr:

1 kleinen bis mittelgrossen Kürbis (Butternuss oder Knirps)
3 EL Olivenöl
1-2 EL flüssigen Honig
etwas Salz und Pfeffer

Für den Crumble:
70g Vollkornmehl
35g kalte Butter
1/2 TL Salz
zwei Prisen Zucker
Handvoll geröstete Haselnüsse
Handvoll geröstete Pekannüsse

Naturejoghurt, etwas flüssigen Honig und geröstete, kleingehackte Pistazien zum Servieren

  1. Crumble zubereiten

    Für die Streusel Butter und Mehl mit den Fingerspitzen zu feinen Krümeln verarbeiten, dann die restlichen Zutaten untermischen. Die Streuselmasse zu einer Kugel formen und in Klarsichtfolie gewickelt 20 Minuten in den Kühlschrank stellen.

  1. Kürbis vorbereiten

    Die Variante mit Knirps: Den Knirps waschen, dann achteln und die Kerne herauslösen. Die Kürbisschnitze in eine Gratinform geben, mit Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer etwas würzen und ein wenig Honig darüber träufeln.

    Die Variante mit Butternuss: Waschen, in Scheiben schneiden und diese anschliessend würfeln. Die Kürbiswürfel in eine Gratinform geben und mit Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer sowie Honig marinieren.

    Die Streuselmasse über den Kürbis krümeln und in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Backofens (Umluft) 30 bis 40 Minuten backen. Die Streusel sollten goldbraun sein, der Kürbis ziemlich weich.

  1. Das Finish

    Den Kürbiscrumble mit kaltem Naturejoghurt oder Sauerrahm und etwas flüssigem Honig servieren. Wer mag, streut noch ein paar Pistazien darüber – das Grün tut der Optik gut.

Die Zürcherin Nicole Giger findet: "Wir Menschen brauchen beides: Nahrung für den Kopf und Nahrung für den Körper." Auf ihrem Blog Mags Frisch verbindet sie ihre beiden Leidenschaften, leckere Rezepte und schöne Texte.

Habt ihr Fragen zum Rezept?

comments powered by Disqus

Lies auch das