"Im Berufsleben brauchts ein Pokerface"

Du bist eine junge Frau und willst erfolgreich sein? Wir verlosen Coaching-Plätze bei zehn, die es schon geschafft haben. Wer sie sind erfährst du hier.

Von: Karin Zweidler

Bild: zvg Würde gern mal einen Tag lang als Stand-up Comedian arbeiten: Assistant Vice President & Project Lead Anna Markmann.
23 Sep '17
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Du willst hoch hinaus im Job, weisst aber manchmal nicht so richtig, wie weiter? Die Zürcher Werberin Regula Bührer Fecker mit eigener Agentur hat ein Buch für die neue Generation Berufsfrauen geschrieben. "#Frauenarbeit" richtet sich mit 99 konkreten Tipps an Frauen zwischen zwanzig und dreissig.

Damits noch besser klappt, verlosen wir zusammen mit Regula zehn Plätze in ihrem Coaching-Programm. Heisst: Zehn junge Frauen, die schon erfolgreich sind, geben dir ihr Wissen weiter. Gestern haben wir dir die ersten fünf vorgestellt, heute gibts die zweite Hälfte. Du bewirbst dich dann bei deiner Favoritin und mit etwas Glück trefft ihr euch während eines Jahres mindestens dreimal zum persönlichen Austausch.

Welche solls werden?

CARMEN SPIELMANN, 30, CEO VON SHAROO

Neue Technologien und vor allem solche, die dem Kunden das Leben erleichtern, faszinieren Carmen Spielmann. Wie die Carsharing-App Sharoo. Als CEO der Firma beschäftigt sich Carmen mit Expansion, Internationalisierung und neuen Partnerschaften.

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Wie motivierst du dich im Job? Ich suche mir einen, der mich inhaltlich begeistert und fordert. Dann kommt die Motivation von selber.

Ist spezifische Frauenförderung nötig? Ja, leider immer noch. Auch wenn es schade ist, dass wir in der heutigen Zeit noch darüber sprechen müssen.

Flache oder steile Hierarchie? Flache. Es geht darum, gemeinsam Grosses zu erreichen.

No-Go auf der Arbeit? Fixe Büro- und Arbeitszeiten.

Dein Geheimtipp für Networking-Newbies? Locker bleiben, ein Glas Wein trinken und das ganze positiv angehen. Ich habe schon sehr spannende Gespräche an Networking Events erlebt.

Welches Talent hättest du gern? Ach, ich wäre gern geduldiger. Ich muss mich manchmal zwingen zu verstehen, dass manche Veränderungen ihre Zeit brauchen. Vor allem dann, wenn Menschen involviert sind.

Warum ist Erfolg erstrebenswert? Es geht darum, glücklich zu sein und etwas Sinnvolles zu erreichen. Erfolg muss aber überhaupt nicht nur beruflich definiert sein.

Eva Krueger, 33, Leiterin Customer Experience & Touchpoint Management bei der SBB

Wie gehts kundenfreundlicher? Diese Frage stellt sich Eva Krueger täglich in ihrem Job bei der SBB. Die Psychologin ist Expertin darin, wie Menschen mit Technik umgehen. Das Wissen hat sie sich in diversen Studien und Forschungsarbeiten in der Schweiz und den USA geholt.

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Können alle Erfolg haben? Ja, mit der richtigen Einstellung und den richtigen Zielen.

Ist spezifische Frauenförderung nötig? 
Ich finde eine gute Durchmischung von Mitarbeitenden mit unterschiedlichen Merkmalen wie Geschlecht, Alter oder Background ist sehr wichtig. In vielen Bereichen, insbesondere in Führungspositionen, hat es immer noch relativ wenig Frauen. Talentierte Frauen müssen entdeckt und gefördert werden.

Worin bist du überdurchschnittlich gut? Multitasking.

Welcher Tätigkeit würdest du nachgehen, wenn alles anders gekommen wäre? Ich wäre Uni-Professorin oder hätte einen Cupcake-Laden.

In welchem Land könntest du dir vorstellen zu arbeiten oder zu leben? Fast überall – mit den richtigen Menschen und Aufgaben.

Wie löst du eine Blockade im Kopf? Ich gehe joggen.

Papier oder Online? Online.

Anna Markmann, 30, Assistant Vice President & Project Lead bei der Credit Suisse

Mehrere Jahre hats gedauert, bis Digipigi, das digitale Sparkässeli der Credit Suisse inklusive Online-Erlebniswelt für Finanzerziehung, entwickelt war. Anna war dabei. Vorher hat sie bei renommierten Werbeagenturen gearbeitet und in Amsterdam, London und St.Gallen studiert.

Würde gern mal einen Tag lang als Stand-up Comedian arbeiten: Assistant Vice President & Project Lead Anna Markmann.

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In welcher Situation hast du im Job schon mal geblufft? Das Berufsleben erfordert oft ein Pokerface.

Was macht eine gute Mentorin aus? Sie bietet Hilfe zur Selbsthilfe.

Herdentier oder Einzelkämpferin? Arbeit im Team. Ich liebe das Ping-Pong-Spiel und gegenseitige Befruchten.

Was wird im Berufsleben überbewertet? Das Berufsleben.

Wie löst du eine Blockade im Kopf? Mit Mediation, zum Beispiel der Digipill-Meditations-App.

Dein Geheimtipp für Networking-Newbies? Leuten, die man bewundert, einfach eine ehrliche Mail auf LinkedIn schreiben.

Welchen Job würdest du gern mal einem Tag lang machen? Stand-up Comedian.

Ariane Ellenberger, 33, Work Smart Coach & Project Leader bei der Swisscom

Elf Jahre, also seit ihrem Studienabschluss, ist Ariane Ellenberger schon bei der Swisscom. In der Zwischenzeit hat sie neue, zeitgemässe Arbeitsweisen etabliert, das Grossunternehmen fit für die Arbeitswelt der Zukunft gemacht und Lernende der "Next Generation" bei ihrer beruflichen Entwicklung begleitet.

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Was steht auf deinem Bürotisch? Immer etwas anderes – mein Büro passt in meine Handtasche. Ich arbeite an mehreren Orten und habe keinen fixen Tisch.

Lieblings-App? Code-Check – die zeigt an, welche Inhaltsstoffe kritisch sind und hilft mir, Palmöl in Lippenstift & Co möglichst zu vermeiden.

Flache oder steile Hierarchie? Flache. Ganzheitliche Verantwortung für Mitarbeitende und die Führungskraft agiert eher als Enabler und Coach.

Welches Talent hättest du gern? Rasch auf den Punkt zu kommen und die Essenz eines Themas in drei Sätzen und einfachen Worten zusammenzufassen.

Dein Mittel gegen Demotivation? Das anpacken, was mich am meisten reizt und die Kunst der Prokastrination leben. Und dann, wenns nicht mehr anders geht: Einfach machen.

Was bereust du in deiner Karriere? Dass ich an der Uni kein Auslandsemester gemacht habe.

Was bedeutet Erfolg für dich? Dass ich mein Ikigai habe. Also die perfekte Schnittmenge aus: Ich mache etwas, das ich gern mache, das ich gut kann, womit ich Geld verdiene und das sinnvoll für die Welt ist.

Ladina Purtschert, 31, Leiterin Geschäftsentwicklung Verkehr bei der SBB

Rund 20 Personen hat Ladina Purtschert unter sich. Sie alle fragen sich, wie die Zukunft der Mobilität in der Schweiz aussehen soll. Ready dafür gemacht hat sie ihre langjährige Tätigkeit als Unternehmensberaterin bei der Boston Consultung Group ihr HSG-Wirtschaftsstudium und ein MBA in Barcelona.

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Hast du ein Vorbild? Nein, nicht wirklich. Meine Vorstellungen davon, was und wohin ich will, sind dafür wohl zu wenig fix.

Gibt es eine Schwäche, an der du aktuell arbeitest? Ja, ich plane zu gern, statt den Moment zu geniessen. Wie ich es anpacke: Bewusst ein paar Minuten am Tag innehalten und nichts tun.

Was war dein grösster Erfolg? Ich bin einen Marathon unter vier Stunden gerannt.

No-Go auf der Arbeit: Finken!

Hochhackige oder flache Schuhe? Hochhackig. Aber nur so hoch, dass man noch rennen kann, wenn man zu knapp an einen Termin kommt.

Wie löst man sich von schlechten Angewohnheiten? Abgewöhnen und zwar sofort. Gar nicht erst auf morgen verschieben.

Was ist Glück für dich? Wenn es kribbelt im Bauch und man in die Luft springt vor lauter Freude.

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