Das ist revolutionär, was da gerade passiert!

Models soll es ab sofort besser gehen: Labels wie Balenciaga und Louis Vuitton haben sich selbst strenge Regeln auferlegt. Dabei gehts nicht bloss um Size Zero – sondern zum Beispiel auch um Alkohol am Set.

Von: Christina Duss

Das ist revolutionär, was da gerade passiert!
07 Sep '17
zurück +103 -263
07 Sep '17
zurück +103 -263

Eigentlich sind sie ja direkte Konkurrenten: Zum Unternehmen LVMH gehören Louis Vuitton, Dior und Céline, zu Kering die Luxuslabels Gucci, Saint Laurent und Balenciaga. Nun spannen die beiden Modekonzerne zum ersten Mal zusammen, indem sie eine gemeinsame Auflistung neuer Regeln zum Umgang mit Models präsentieren.

Thema sind unter anderem Magermodels: Frauen mit Kleidergrösse 32 und Männer mit Grösse 42 sollen nicht mehr zu Castings zugelassen werden. Und auch, dass Models nun nicht mehr nur in Frankreich – das wurde Anfang Jahr staatlich verordnet – eine medizinische Bescheinigung brauchen, sondern bei Jobs für fast alle grossen Luxuslabels, ist wichtig und richtig. Size 0 ist aber nur eines der Probleme in der Modelbranche. Das haben nun endlich auch die Grosskonzerne erkannt.

Kein harter Alkohol während der Arbeit

So sind nun auch viele weitere Regeln festgelegt. Darunter, dass bei Shootings, bei denen viel nackte Haut gezeigt wird, immer Leute anwesend sein sollen, die nichts mit der aktuellen Modeproduktion zu tun haben. Harter Alkohol während der Arbeit ist verboten und 16- bis 18-jährige Models dürfen zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens keinen Jobs nachgehen.

Endlich geht es mal insgesamt um das Wohlergehen von Models. Das ist keine Image-Sache eines einzigen kleinen Labels, das sind die ganz grossen Player, die nun so richtig auf den Tisch hauen. Genau deshalb gehören die neuen Regeln zum Wichtigsten, was in den vergangenen Jahren in der Modebranche passiert ist.

Die neuen Regeln der beiden Modekonzerne.

Die neuen Regeln sind nicht nur wichtig, weil sie umfassend sind, sondern auch, weil sie direkt von den Luxushäusern kommen. Sie sind die Kunden, denen Agenturen und Models alles recht machen wollen – auch wenn es oftmals nicht zum Wohl der jungen Models ist.

"Es geht in die richtige Richtung"

Nur selbstlos ist das aber nicht: Balenciaga etwa ist Anfang Jahr massiv in die Kritik geraten, weil rauskam, dass 150 Models in einem Gang ohne Licht drei Stunden warteten, während sich die Castingdirektoren beim Zmittag vergnügten. Auch Louis Vuitton musste sich im Mai rechtfertigen: Offenbar hatte man Models an die Cruise Show nach Tokio eingeflogen, bloss um ihnen mitzuteilen, dass sie nun doch zu dick seien.

Diese Woche beginnen die Shows in New York, danach gehts nach London, Mailand und Paris. "Wir werden es vermutlich noch nicht schaffen, so kurzfristig alle Regeln zu hundert Prozent umzusetzen, aber es geht in die richtige Richtung", sagt Bernard Arnault, CEO von LVMH. Der Mann ist Realist. Zuerst muss sich natürlich rumsprechen, dass die Labels wirklich auf die neuen Regeln pochen. Also: Bitte weitersagen!

comments powered by Disqus

Lies auch das