Ein Trip zu den Highlights der Schweiz

Wie spektakulär schön unser Land ist, vergisst man schnell mal. Friday-Autorin Britta Gfeller hat sich darum auf einen kleinen Roadtrip gemacht – und wurde nicht enttäuscht.

Von: Britta Gfeller

Ein Trip zu den Highlights der Schweiz
Bild: Shutterstock Das an eine Felswand gebaute "Aescher" gilt als einer der schönsten Orte der Schweiz.
02 Sep '17
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Die Lichter unserer Smartphones schwirren über die dunklen Bäume. Immer wieder stolpert eine von uns. "Wo sind wir?", fragt meine Freundin Jessi. Irgendwo in einem Wald in der Nähe des "Aescher" im Appenzellerland. Das an eine Felswand gebaute Restaurant gilt als einer der schönsten Orte in der Schweiz. 

Und um genau solche Orte zu entdecken, sind wir auf der Grand Tour of Switzerland unterwegs. Nur haben wir im "Aescher" gerade etwas die Zeit vergessen – zu schön war das Panorama, zu fein die Rösti und der Wein. So kommt es, dass wir in der Dunkelheit unser erstes nicht Nachtlager finden. Dabei liegt die Alphütte nur eine halbe Stunde Fussmarsch vom "Aescher" entfernt.

Wittenbach SG bis Wasserauen AI

Unser Roadtrip hat am Morgen in Wittenbach begonnen, wo wir den kunstvollen Smart namens Flora samt Vintage-Wohnwagen gemietet haben. Das erste Ziel: die drei Weieren oberhalb von St. Gallen. Die Teiche zählen zu den schönsten Naturbädern der Schweiz. Rundherum ist es grün, wer nicht baden will, geht spazieren. Wir aber fahren nach einer Pause in der herzigen Badi weiter.

Es geht nach Appenzell. Eigentlich möchten wir uns die verzierten Appezöller Häuser anschauen, doch es ist Chilbi. Vor lauter Menschen, Ständen und Ballons sehen wir nicht viel von der berühmten Architektur. Stattdessen gibts Ländlermusik, gebrannte Mandeln und Zuckerwatter. Auch gut. Aber der Tag soll ja noch aufregender werden. Wir fahren nach Wasserauen und von dort mit der Gondel zum "Aescher": das Panorama, die Rösti, der Wein ...

Wir sind nahe dran, uns für die Nacht unter einem Baum zusammenzurollen, als wir endlich Lichter in der Dunkelheit erspähen. Die Alp Bommen – geschafft! Die nette Bäuerin hat auf uns gewartet und zeigt uns unseren Schlafplatz: ein urgemütliches Matratzenlager über dem Stall.

Wasserauen AI bis Chur

Zum Zmorge tischt die Bäuerin in ihrer hölzernen Stube Selbstgemachtes auf. Wären wir einige Wochen früher gekommen, hätten wir sogar beim Käsen helfen können. Es fällt schwer, sich von dieser Idylle loszureissen. Doch der Weg nach Chur entschädigt sofort: grüne Wälder, himmelblaue Seen, schneebedeckte Berge. 

Ab und zu überkommt es uns, wir öffnen die Autofenster, strecken die Köpfe in den Fahrtwind und schreien: "So schön!" – das ist auch die Jugi in Chur, die wir ohne Probleme finden.

Chur bis Silvaplana

Die letzte Etappe unserer Reise verlangt nochmal alles von Flora. Unser buntes Auto keucht über die steilen Pässe. Auch für uns wirds sporty: In Zuoz testen wir Skikes, eine Art Langlaufski auf Rollen. Jessi hat den Dreh schnell raus, ich hingegen hole mir einige blaue Flecken. Den Abend verbringen wir entspannt auf dem Campingplatz direkt beim Silvaplanersee, einem Paradies für Kitesurfer. Wir schauen zuerst den Wassersportlern zu, dann der Sonne, die hinter den Bergen verschwindet. Leider ist die Nacht im Wohnwagen schon unsere letzte.

Auf der nächsten Etappe der langen Grand Tour wollen wir unbedingt die schwarz-weissen Dorfziegen in Zermatt streicheln, Absinth im Val de Travers kosten und eine Nacht auf dem San Bernardino verbringen.

Grand Tour of Switzerland

Die ausgeschilderte Route von Schweiz Tourismus ist eine ideale Möglichkeit unser Land zu entdecken. Die Tour führt durch die schönsten Gegenden und alle Sprachregionen. Insgesamt misst sie 1600 km, natürlich kann man aber auch wie wir nur einen Teil davon abfahren. Mehr Tipps gibts auf grandtour.myswitzerland.com und für junge Traveler auf myswitzerland.com/roadtrip

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