"Stress kann Mundgeruch verursachen"

Klar, am liebsten würden wir stets Kirschblüten-Duft ausatmen. Dem ist aber nicht so. Wir haben beim Zahnarzt nachgefragt, wie schlechter Atem entsteht – und wie man ihn los wird.

Von: Emel Erikçi

Bild: plainpicture
12 Aug '17
zurück +24 -12
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Wir lieben Kaffee, Knoblauch und Käse – den Geruch, den sie in unserem Mund hinterlassen aber weniger. Richtig unangenehm ist es, wenn der Mundgeruch chronisch wird – und man ihn selbst nach stundenlangem Kaugummikauen und Zähneputzen nicht los wird. Wir haben den Zahnarzt Clemens Kuhn von Zahnarztzentrum.ch in Zürich gefragt, wie man Mundgeruch erkennt und was man dagegen tun kann.

Herr Kuhn, was ist die Ursache von Mundgeruch? Meistens liegt die Ursache an mangelnder Mundhygiene – etwa in 90 Prozent aller Fälle. Aber auch Karies, Entzündungen und Abszesse am Zahnfleisch, Parodontitis, Pilzinfektionen oder Diabetes, Leber- und Nierenerkrankungen können Schuld dran sein. Und auch Stress kann Mundgeruch verursachen.

Stress? Ja. Menschen, die viel Stress haben, leiden an Mundtrockenheit und das führt zu Mundgeruch. Oder sie vergessen die Mundhygiene ganz.

Viele geben ja auch dem Magen die Schuld am schlechten Atem. Das ist ein Irrtum. Nur ganz selten hat der Magen etwas mit dem Mundgeruch zu tun. Der Magen-Darm-Trakt ist nach obenhin so gut abgeschlossen, da kommen normalerweise keine Gerüche durch. Ausser der Patient muss öfter sauer Aufstossen – das kann Grund für einen säuerlichen Geruch im Mund sein.

Wie findet man denn heraus, ob man Mundgeruch hat? Eins ist klar: In die Hand hauchen bringt nichts. Mein Tipp ist, eine Vertrauensperson anzuhauchen und sie zu bitten, ehrlich zu sein. Oder die Air-Bag-Methode: Man atmet in einen neutral riechenden Plastiksack aus. Danach neutralisiert man die Nase, zum Beispiel mit Kaffeegeruch, sucht sich einen Raum, wo es gut gelüftet ist und riecht dann an diesem Beutel. Das ist zuverlässiger. Wenn man tatsächlich den Verdacht hat, ist der Zahnarzt die beste Ansprechperson, um das Problem richtig zu diagnostizieren und zu behandeln.

Was hilft gegen Mundgeruch durch Essen und Trinken? Für schnelle Hilfe sorgt Kaugummi. Ansonsten hilft es, wenn man Kräuter wie Salbei, Petersilie oder Minze kaut. Das in den Kräutern enthaltene Chlorophyll bindet die Gerüche. Was viele auch nicht wissen: Auch Milch kann gegen Knoblauch-Atem helfen.

Was tun, wenn man unangenehme Gerüche im Mund gar nicht mehr los wird? Wie die Ursachen, sind auch die Mittel gegen chronischen Mundgeruch sehr unterschiedlich. Bei Entzündungen, Pilzinfektionen und Karies muss der Zahnarzt das Problem angehen. Bei Diabetes oder Lebererkrankungen sollte ein Allgemeinmediziner ran. Alle, die zwei Tage nach dem Knobliverzehr Panik bekommen, kann ich aber beruhigen: Manche Gerüche brauchen einfach länger, bis sie abgebaut sind.

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