3 Buch-Tipps von Schweizer Jungautoren

Michelle Steinbeck, Stefan Bachmann und Laura Wohnlich sagen dir, was es sich in der Badi oder am Strand zu lesen lohnt.

Von: Carole Barmettler

3 Buch-Tipps von Schweizer Jungautoren
05 Aug '17
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Egal, ob du irgendwo auf der anderen Erdhalbkugel die Zehen in den Sand steckst oder dich in der nahe gelegenen Badi bräunst, nebst Sonnenschutz ist ein weiteres Mitbringsel Pflicht: gute Lektüre. Bevor du an überstellten Bücherregalen oder den Unweiten des Internets verzweifelst, lass dich von den Empfehlungen unserer Jungautoren inspirieren.

Michelle Steinbeck liest

  1. "Lanz" von Flurin Jecker

    Michelle brillierte letztes Jahr mit ihrem Roman "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch" und heimste dafür Nominationen für den Deutschen und den Schweizer Buchpreis 2016 ein. Die 26-jährige Autorin empfiehlt als Ferienlektüre "Lanz" vom gleichaltrigen Kollegen Flurin Jecker:

     

    "Von zuhause abhauen – und keiner merkts. Wie schön, dass ich nie mehr Teenager sein muss! Lanz steckt leider mittendrin, in dieser Phase: Heimlich rauchen, Mitleid haben mit dem verhassten Lehrer, nach dem Mittagstisch bei der Freikirchen-Familie zu spät zur Projektwoche kommen, weil die so langsam essen, wie wenn sie die Grippe hätten. Stimmungsschwankungen aushalten, die einen Erwachsenen killen würden – und die neuen Partner der getrennten Eltern, die bei deiner Erziehung mitmachen wollen. Helvetisches Coming of Age, sehr lustig!"

Stefan Bachmann liest

  1. "Don Quixote" von Miguel de Cervantes

    Stefan hat geschafft, wovon viele Autoren träumen: Mit 18 Jahren hat er mit "Die Seltsamen" einen Fantasy-Roman geschrieben, der zum Bestseller avancierte. 2016 hat der in den USA geborene und in Zürich wohnhafte Jungautor sein neuestes Werk "A Drop of Night" herausgebracht. Der 23-Jährige begeistert sich seit einiger Zeit für einen Klassiker:

     

    "Ich bin seit sechs Monaten daran, 'Don Quixote' zu lesen. Es ist knapp 1000 Seiten lang und vereint Satire, Humor, Bizarres, Historisches, Fantasy Adventure. Der Hauptcharakter ist mit seinen gutgesinnten Wahnvorstellungen gleichzeitig irritierend und sympathisch. Edith Grossmans Englisch-Übersetzung ist elegant und schlicht – das Ganze ist auch nach 500 Jahren zum Brüllen lustig. Das Buch ist ausserdem episodisch, man verliert also nichts, wenn man es Stück-für-Stück im Flugzeug oder am Strand liest oder eben sehr langsam wie ich. In weiteren sechs Monaten werde ich es vielleicht fertig gelesen haben, und bestimmt traurig sein, dass es vorbei ist."

    Bild: Maurice Haas

Laura Wohnlich liest

  1. "Glücklich die Glücklichen" von Yasmina Reza

    Laura haut schon fast ihr ganzes Leben lang in die Tasten. Im Frühjahr hat die 25-Jährige nun ihren ersten Roman veröffentlicht: "Sweet Rotation". Die gebürtige Baslerin legt uns "Glücklich die Glücklichen" ans Herz:

     

    "Dieses Buch hat mich vom ersten Satz an in einen unerbittlichen Sog gezogen, aus dem ich nicht mehr ganz herauskam, auch als der Roman zu Ende gelesen war. Rezas Sprache ist so vereinnahmend, dass ich nicht umhinkam, die ganze Gefühlspalette von Freudentaumel bis zu bitterer Verzweiflung zu durchleben. Gleichzeitig ist es so angenehm zu lesen, dass es definitiv in jedes Ferienprogramm passt."

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