Wir haben die meistverkaufte Mascara der Welt getestet

Die Wimperntusche mit dem vielversprechenden Namen Better than Sex soll für extremes Volumen, Länge und einen Falsche-Wimpern-Effekt sorgen. Wir haben das mal getestet.

Wir haben die meistverkaufte Mascara der Welt getestet
Bild: zvg Ist sie wirklich so gut, wie alle sagen? Melanie, Gina und Karin wolltens genau wissen.
29 Jul '17
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Better than Sex von Too Faced ist die meist verkaufte Mascara weltweit: In gefühlt jedem Schmink-Tutorial und jeder zweiten Insta-Story wird die rosa-metallic Tusche von Beauty-Lovern in die Kamera gehalten. Der Hype ist gross.

Mit nur einem Auftrag soll sie Volumen und Länge schenken, mit zwei Schichten den Effekt noch verstärken – und mit einer dritten Schicht sollen die Wimpern so dicht wirken wie Falsche. Und schenkt man dem Produktnamen glauben, ist das Endergebnis besser als Sex. Ein ziemliches Statement, das der kalifornische Brand da abliefert. Eines, dem wir auf den Grund gehen wollten.

Die drei Friday-Girls Karin, Gina und Melanie haben das getan – und ihre Urteile sind doch ziemlich unterschiedlich ausgefallen.

Bild: zvg

Redaktorin Karin Zweidler

Design: Sie könnte schlimmer aussehen, die kleine Hype-Queen – definitiv aber auch ziemlich viel schöner. Der Metallic-Bronzé-Ton ist nicht mein Geschmack, die geschwungene Trash-Schrift... ab nach ganz hinten im Badschrank.

Anwendung: Die opulente Bürste erstmal aus dem Fläschen gezogen, wird schnell klar, dass da einiges an Farbe direkt wieder rein muss. Nach dem Abstreichen sieht die Sache vernünftig aus, lässt sich easy auftragen, fühlt sich aber schon nach Schicht Nr. 1 eher wie Haarspray als Mascara an. Nach dem zweiten Durchgang wiegen meine Wimpern gefühlte zwei Kilo, den empfohlenen dritten muss ich weglassen.

Ergebnis: Trotz zwei, statt drei Bürsten-Durchgängen sehen meine Augen jetzt nach mucho Drama aus. Das könnte man gut finden, ist mir im Alltag aber etwas zu viel. Meine eh schon dichten Wimpern sind zwar immer noch relativ getrennt, aber so dick, dass mein sonst relativ make-up-freies Gesicht plötzlich überschminkt aussieht. Was gut ist: Sie sind so fixiert, dass der Schwung wahrscheinlich drei Wochen hält.

Fazit: Technisch absolut in Ordnung, für meine Wimpern aber too much.

Dick aufgetragen: Karin ist das Ergebnis etwas zu dramatisch.

Redaktorin Gina Buhl

Design: Ich würde die Mascara jetzt nicht mit einem Spotlight in meinem Badezimmer beleuchten – aber zum Davonrennen sieht das Packaging auch nicht aus. Die Metall-Haptik erweckt sogar einen ziemlich hochwertigen Eindruck – in Kombi mit der Paris-Hilton-Farbe-Schrift-Kombi geht das nur leider ziemlich unter.

Anwendung: Meine Wimpern lieben das Bürstchen (das laut Hersteller dem kurvigen Körper von Marilyn Monroe nachempfunden ist. Okay). Nach einmal tuschen sind die Wimpern tiefschwarz – was das Volumen angeht ist aber noch viel Luft nach oben. Schicht zwei macht da schon mehr her: Wenigstens mein Augenaufschlag könnte jetzt mit dem von Marilyn mithalten. Die dritte Schicht erfüllt das Versprechen dann: schwungvoll, voluminös und lang. Wo ist die nächste Kamera?

Ergebnis: Meine Wimpern sind auch ohne Tuschen schon relativ lang. Mit der Mascara berühren sie aber tatsächlich fast meine Augenbrauen. Was manchen vielleicht ein bisschen zu heftig ist, stört mich aber kein bisschen. Die Bürste hat meine Wimpern schön voneinander getrennt und ihnen trotzdem Volumen verliehen. I like.

Fazit: Was die Mascara besser als Sex machen soll, ist mir schleierhaft. Trotzdem ist meine Begeisterung gross. Ich werde sie mir auf jeden Fall zulegen.

The bigger, the better! Gina ist zufrieden.

Mode-Praktikantin Melanie Luu

Design: Die Mascara würde mir im Schminkregal wahrscheinlich nicht auffallen – da habe ich schon weitaus originellere und hübschere Produkte gesehen. Das einzig Originelle an der Mascara ist ihr Name, der natürlich schon neugierig macht. 10 Punkte für die clevere Vermarktung.

Anwendung: Ich hab die Anweisung befolgt und das Produkt dreimal aufgetragen. Schon beim ersten Auftrag verkleben meine von Natur aus geraden Wimpern. Ich bürste die Wimpern bei jedem Auftrag gefühlte zehn Mal hoch und mit jedem Mal kehren sie wieder in ihre Anfangsposition zurück. Flopp.

Ergebnis: Meine Augenlider fühlen sich schwer an und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich beim nach oben schauen meinen, dass sich zwei Spinnen auf meinem Lid bequem gemacht haben. Keine Mascara auf Erden hat es bisher geschafft meine hartnäckigen Wimpern in Schwung zu bringen (ohne Wimpernzange versteht sich) – nicht mal eine mit einem so vielversprechenden Namen.

Fazit: Meine Vorher-Nachher-Bilder lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Anders habe ich es ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Better than Sex landet bei mir somit garantiert nicht in den Einkaufskorb.

Bei Melanie ist das Ergebnis alles andere als "Better than Sex".

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