Was ich mit 25 übers Leben gelernt habe

Ein Vierteljahrhundert ist geschafft, der Jöö-Faktor definitiv weg und der Studentenrabatt auch. Zehn Mittzwanziger-Erkenntnisse von Redaktorin Karin Zweidler.

Was ich mit 25 übers Leben gelernt habe
Bild: Lukas Wierzbowski Mit 25 weiss man schon viel – und noch ganz viel nicht.
17 Mai '17
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  1. Es wird wieder gut

    Manchmal laufen Dinge gut im Leben, manchmal geht scheinbar alles den Bach runter. Dass beides immer temporäre Phasen sind, weiss man spätestens, wenn der Liebeskummer ein paar Mal überlebt, der Job-Frust ein paar Monate später längst vergessen ist und man langsam aber sicher weiss, dass auch nach harten Wintern immer wieder der Sommer kommt. Alles geht vorbei, festhalten bringt nichts. Das ist schlimm – und schön.

  1. Auch Eltern werden älter

    Eigentlich ja klar. Hat aber trotzdem etwas gedauert, bis ich es so richtig verstanden habe. Plötzlich machen nicht mehr nur sie sich sorgen um mich, sondern auch umgekehrt: Ob Papa genug Sport macht? Und ob Mama wirklich erfüllt ist, seit sie nicht mehr arbeitet?

  1. Badboys sind langweilig

    Früher galt: Je unnahbarer der Typ, desto besser, je arschiger, desto heisser. Heute weiss ich zum Glück, dass Unentschlossenheit eher langweilig als sexy ist und es sich in den seltensten Fällen lohnt, irgendwem nachzurennen.

  1. Freundschaft à la carte

    Freundinnen habe ich nicht mehr, weil wir halt irgendwann per Zufall in der gleichen Klasse waren, sondern, weil ich sie mir aktiv aussuche – immer wieder. Jene Freundschaften, die heute noch da sind brauchen mehr Pflege, weil wir uns nicht mehr ohne Eigeninitiative regelmässig in Schule, Uni oder Job sehen und sich so zwei Leben in die verschiedensten Richtungen entwickeln können. Dafür fühlen sie sich richtiger und enger denn je an.

  1. Schlappmachen ist völlig in Ordnung

    Mit Mitte 20 bin ich jung genug, um zu feiern, bis die Musik aus und die Lichter angehen, aber alt genug, es sein zu lassen, wenn ich müde bin, die Leute anstrengend sind oder der Abend schlicht und einfach nicht in Fahrt kommt.

  1. Das Leben ist teuer

    So ein voller Lohn sah von weitem irgendwie immer nach viel Shopping, Party, Reisen aus. Plötzlich müssen aber Steuern und Stromrechnungen bezahlt, Versicherungen abgeschlossen und Ersparnisse für später auf die Seite gelegt werden. Und wenn du glaubst, alles bezahlt zu haben, geht der Staubsauger kaputt. Hilfe.

  1. Hautcrème hat durchaus eine Daseinsberechtigung

    Feuchtigkeitscrème? Brauch ich nicht – dachte ich zumindest. Seit ich nach durchzechten Nächten nämlich immer öfter kleine Fältchen in meinem Gesicht entdecke und die dann auch immer länger dort bleiben, bin ich plötzlich vorne dabei im Beauty-Business.

  1. Glace schmeckt besser als Gym-Luft

    Ich weiss jetzt, dass es mehr Sinn macht, den Frühling mit Freunden Glace-schleckend auf Dachterrassen zu verbringen, als drei Monate in muffigen Gyms abzuhängen, um dann im Sommer mit dem Bikini-Body rauszulaufen – und sich dann immer noch nicht knackig genug zu finden.

  1. Zeit ist wertvoll

    War nicht grad noch 2016? Und vor allem: Hab ich nicht grad noch meinen 20. Geburtstag gefeiert? Je älter wir werden, desto eher habe ich, haben wir alle das Gefühl, dass uns die Zeit nur so um die Ohren fliegt. Desto mehr Verpflichtungen, Freunde und eigene Bedürfnisse gilt es, unter einen Hut zu bringen. Irgendwann checkt man, wofür man sie gern hergibt – und wofür ganz sicher nicht

  1. Der Jöö-Bonus ist endgültig weg

    Keine Studi-Rabatte mehr, keine günstigeren Handy- oder Zug-Abos und auch endgültig keine "Oh-wie-süss"-Blicke, wenn ich mein Alter verrate – ich bin wohl mittlerweile auch auf dem letzten Papier erwachsen. Aber hey, ich glaub das ist ok.

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