Ein Teller in der Trendfarbe 2017

Laufstege, Design-Messen, Möbelhäuser – alle setzen "Greenery", die Trendfarbe des Jahres, artig um. Kulinarisch geht das mit dieser traumhaften Bowl.

Von: Nicole Giger

Ein Teller in der Trendfarbe 2017
Bild: Nicole Giger
16 Mai '17
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Ob die Farbforscher des renommierten Pantone Instituts gerade bei Avocado-Stulle und Matcha-Tee gesessen haben, während sie die Trendfarbe des Jahres 2017 bestimmten? Die Vermutung liegt jedenfalls nahe. Vielleicht spazierten sie aber auch über grüne Wiesen und Felder, während sie an einem ebenso grünen Algen-Kale-Smoothie nippten. Auch dieses Szenario ist denkbar.

Die offizielle Farbe des Jahres 2017 ist "Greenery" – und Grün steht für so vieles, was in dieser Zeit wichtig scheint: für vertikale Gärten, urbane Landwirtschaft und Biolebensmittel, für Vitalität und Nachhaltigkeit – für die Sehnsucht nach der Natur in einer digitalisierten, nie rastenden Gesellschaft.

Trendscouts auf der ganzen Welt

Dass Grün, die Farbe der Hoffnung, im Jahr 2017 tonangebend sein soll, kommt nicht von ungefähr. Leatrice Eiseman, die Direktorin des Pantone Instituts, und ihr Team stützen sich bei ihrer Wahl der Trendfarbe auf etliche Scouts weltweit, die sich von Kunstausstellungen, Subkulturen und Modeschauen genauso inspirieren lassen wie vom Sillicon Valley. Die Farbe soll zeigen, was die Menschen bewegt, wonach sie sich sehnen.

Kurz vor der Jahrtausendwende, als die Angst vor abstürzenden Computer und einem möglichen Weltuntergang für Unruhe sorgte, wurde das beruhigende "Cerulean Blue" zur Farbe des Jahres gekürt. Nach 9/11 im Jahr 2002 leistete "True Red", die Farbe des Patriotismus, seinen Dienst und "Sand Dollar", das seriöse Beige, sollte nach der Finanzkrise 2006 wieder Sicherheit vermitteln. 

Auf Laufstegen und an Wänden

Die Farbe Grün wird jedenfalls fleissig umgesetzt. Bei Balenciaga und Prada stöckelt das Grüne munter über den Laufsteg, Wohnzeitschriften predigen es in Sofa-, Kissen- und Tapetenform, gar die Monstera erlebt ihr Revival. Die Avocado-Matcha-Muse macht ihre Sache also gut. Und ja, gegessen wird so oder so in allen Nuancen der grünen Pracht. Wer dem Trend huldigen will, macht das am besten mit dieser Bowl.

Es grünt auf dem Teller!

Rezept für eine Bowl

Zutaten

400g kleine Kartoffeln
150 grüne Bohnen (TK oder frisch)
1 Bund grüne Spargeln
150g Edamame oder Erbsen (TK)
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
2 EL grünes Pesto (selbstgemacht oder gekauft)
2 Eier (pro Person eines, wenn es eine Vorspeise ist, reicht auch ein halbes)
geröstete Sesamsamen und Zwiebelsprossen zum Garnieren (oder andere Kerne, Nüsse und Sprossen)
optional: essbare Blüten, um das "Ich-sitze-mitten-auf-der-Wiese"-Gefühl zu verstärken

 

Fürs Dressing:

1 EL grünes Pesto 
80g Tahini (Sesampaste)
2 EL weisser Aceto
1 EL Honig
circa 40 bis 50ml kaltes Wasser (je nachdem – es sollte eine sähmiges Dressing geben)
Salz, Pfeffer

  1. Kartoffeln zubereiten

    Die Kartoffeln waschen, halbieren, mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer in eine Gratinform geben und bei 180 Grad im vorgeheizten Backofen ungefähr 30 Minuten backen.

  2. Grünzeug zubereiten

    Die Spargeln waschen und mit dem Sparschäler vorsichtig in Nudeln hobeln. Dafür die Spargel am Strunkende halten, Sparschäler ansetzen und bis zur Spitze ziehen. Die Spargelnudeln in Salzwasser ca. 8 Minuten kochen, dann kalt abschrecken. Die TK-Edamame in Salzwasser circa 10 Minuten kochen, Wasser abgiessen und kalt abschrecken. Mit den grünen Bohnen genau gleich verfahren.

  3. Dressing zubereiten

    Alle Zutaten miteinander mischen und mit Muskelkraft oder einem Stabmixer zu einer sähmigen Sauce rühren. Das Dressing lässt sich im Kühlschrank ohne weiteres noch ein paar Tage halten.

  4. Eier kochen

    Die Eier ungefähr sechs Minuten kochen. Sie sollten soft boiled sein, heisst ein hartes Eiweiss und ein noch weiches Eigelb haben. Vielleicht verlangt das perfekte soft boiled egg ein bisschen Übung, aber aber bleib dran – es lohnt sich.

  5. Das Finish

    Die Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und mit 2 EL Pesto vermischen. Bohnen, Spargel, Edamame und Kartoffeln auf dem Teller anrichten, mit Sprossen, Ei und Nüssen garnieren und mit dem Dressing beträufeln.

Die Zürcherin Nicole Giger findet: "Wir Menschen brauchen beides: Nahrung für den Kopf und Nahrung für den Körper." Auf ihrem Blog Mags Frisch verbindet sie ihre beiden Leidenschaften, leckere Rezepte und schöne Texte.

Habt ihr Fragen zum Rezept?

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