6 Dinge, die wir unserer Vagina nicht antun sollten

Zu trocken, zu feucht, zu sauber: Eine Gynäkologin erklärt, wie wir unseren Intimbereich richtig pflegen.

Von: Gina Buhl

6 Dinge, die wir unserer Vagina nicht antun sollten
Bild: istockphoto
12 Mai '17
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Girls, let's talk Klartext: Wir haben eine Vagina, von der wir am meisten haben, wenn sie gesund ist. Diesen Zustand zu erhalten ist ziemlich easy – wenn wir nur ein paar Dinge beachten. Welche das sind, klären wir gleich. Zunächst noch ein paar Basics: Unsere Vagina ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die eine ganze Reihe von Funktionen hat. Die wichtigste davon: Der Schutz vor Pilzen und Bakterien.

Saures Milieu ist gutes Milieu

Damit sie diese Aufgabe zufriedenstellend erfüllen kann, ist ein saures Scheidenmilieu (mit einem pH-Wert von unter 4,5) wichtig. Schlechte Bakterien und Pilzerreger haben unter diesen Bedingungen nämlich keine Chance. Gute Bakterien gibts in unserer Scheidenflora übrigens auch: Unter anderem sind das die Milchsäurebakterien. Sie halten das Milieu – wie der Name es erahnen lässt – sauer und somit gesund. Vorausgesetzt wir meiden folgende Gefahren:

  1. Übertriebene Hygiene

    Wenns ums Sauberhalten unserer Vagina geht, lautet die Regel: Weniger ist mehr. "Die Scheide hat einen leicht säuerlichen Eigengeruch, den wir nicht versuchen sollten mit stark parfümierten Duschgels oder Seifen wegzuschrubben. Dadurch kann die empfindliche Scheidenflora nämlich gereizt werden – und das führt zu Rötungen, Juckreiz oder Brennen", so Gynäkologin Dr. Anna Margareta Wagner aus Basel. "Es reicht vollkommen, sich mit warmen Wasser und pH-neutralen Lotionen zu waschen."

  2. Mangelnde Hygiene

    Seiner Intimzone zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken, ist allerdings genau so schlecht, denn das begünstigt die Bakterienansiedlung. "Natürlich ist es wichtig, Tampons und Slipeinlagen regelmässig zu wechseln. Grundsätzlich würde ich auf Einlagen aber wenn möglich verzichten. Sie entziehen durch ihre absorbierenden Eigenschaften der Scheide die Feuchtigkeit", so die Ärztin.

  3. Falsche Unterwäsche

    Immer nur Strings, knallenge Höschen oder Polyester-Slips zu tragen, ist nicht gerade förderlich für eine gesunde Intimzone. Das Schnürchen des Strings kann die Haut an Po, Schamlippen und Scheideneingang reizen, und Bakterien aus dem Darm in Richtung Scheide befördern. Polyesterstoffe sorgen für feuchtwarmes Klima, welches das Bakterienwachstum begünstigt. Aber keine Sorge: "Ab und zu schöne Dessous zu tragen, ist natürlich überhaupt kein Problem. Wichtig ist, dass man die Wäsche pflegen kann, um Pilzinfektionen zu vermeiden", rät Dr. Wagner.

  4. Verschwitzte Klamotten

    Wer nach dem Sport seine vollgeschwitzten Klamotten nicht wechselt, müffelt nicht nur, er schürt damit auch das Risiko einer Infektion. Ein Rat der Gynäkologin: "Aus feuchten und engen Materialien sollten wir schnell raus, denn genügend Luft ist das A&O für eine gesunde Scheide. Deshalb ist es übrigens auch super, nackt zu schlafen."

  5. Ungeschützter Sex

    Für die meisten von uns wahrscheinlich ziemlich klar – trotzdem immer wieder good to hear: "Wer ungeschützten Sex hat, geht etwa das Risiko einer Pilzinfektion, Chlamydien oder – im schlimmsten Fall – einer HIV-Infektion ein." Und das schadet nicht nur unserer Vagina.

  6. Stress und Medis

    Wenn wir gestresst, übermüdet oder angeschlagen sind, hat das auch Auswirkungen auf unser Abwehrsystem – und somit auch auf die Schutzfunktion unserer Scheidenflora. Eine geschwächtes Immunsystem bedeutet nämlich auch ein Nährboden für Krankheitserreger in unserer Intimzone. "Auch Medikamente wie Antibiotika können an der Entstehung einer Infektion der Scheide beteiligt sein. Sie bekämpfen nämlich nicht bloss die schlechten Bakterien, sondern auch die Milchsäurebakterien, die Good Guys unserer Vagina", erklärt die Gynäkologin.

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