4 Hype-Foods, die den Planeten zerstören

Ein Soja-Latte mit Avocado-Toast und Quinoa-Salat? Alles andere als öko. Bei uns angesagte Nahrungsmittel sorgen anderswo für grossen Schaden.

Von: Violet Kiani

4 Hype-Foods, die den Planeten zerstören
Bild: istockphoto Jede Avocado braucht im Durchschnitt 250 Liter Wasser, um heranzuwachsen.
03 Jan '17
zurück +121 -126
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Wenn sich bei uns Food-Trends bilden, geraten in anderen Ländern Öko- oder Wirtschaftssysteme aus dem Gleichgewicht. So sorgen unsere Obsessionen mit neu entdeckten Nahrungsmitteln etwa für eine extreme Nachfrage und schaden dadurch Umwelt und Menschen.

Diese vier Hipster-Lieblinge sollten wir 2017 mit mehr Bedacht geniessen.

  1. Kokosöl

    Das spezielle, saturierte Fett im Kokosöl gilt als besonders gesund. Es erhöht die sogenannt guten Cholesterinwerte und hilft, das schlechte LDL-Cholesterol zu senken. Trotzdem warnt die World Health Organisation (und andere Organisationen) wegen des besonders hohen Fett-Levels vor regelmässigem Gebrauch.

    Kokosöl ist das neue Olivenöl, die weltweiten Verkäufe haben sich in den letzten vier Jahren um das 30-Fache erhöht. Das Problem: Olivenöl kommt aus Europa, Kokosöl aus den Tropen. Tausende Kilometer muss das Öl zurücklegen, der Transport verursacht enorme CO2-Emissionen.

Koksöl soll gesund sein, aber es muss tausende Kilometer aus tropischen Ländern zu uns zurücklegen.

Koksöl soll gesund sein, aber es muss tausende Kilometer aus tropischen Ländern zu uns zurücklegen.

Bild: istockphoto

  1. Avocados

    Avocados kommen ursprünglich aus dem Regenwald, durch die extreme Nachfrage in den letzten Jahren werden sie mittlerweile auch in von Hitze und Dürre geplagten Gebieten wie Südafrika angepflanzt und das, obwohl die Wurzeln der Pflanze viel Flüssigkeit saugen. Ein Kilo Avocados verbrauchen 1000 Liter Wasser. Zum Vergleich: ein Kilo Tomaten bis zum Heranwachsen dagegen 130 Liter. Während die lokale Bevölkerung ohne Wasseranschlüsse leben und hiesige Rinderherden verdursten müssen, werden für Avocado-Plantagen Pipelines gebaut, damit wir sie auf unser Brunch-Brot schmieren können. In Mexiko werden für die Frucht ausserdem jedes Jahr bis zu 4000 Hektar Wald illegal gerodet.

Jede Avocado braucht im Durchschnitt 250 Liter Wasser, um heranzuwachsen.

Für den Anbau von Avocados werden jedes Jahr viele Hektar Wald illegal gerodet. 

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  1. Quinoa

    Wenig Fett, viel Protein: Selbst ernannte Heath-Food-Advokaten schwören auf Quinoa und seine Superfood-Qualitäten. Die Nachfrage hat sich in den letzten Jahren vervielfacht und um ihr gerecht zu werden, verzichten Bauern in Peru und Bolivien auf die Ernte anderer Saaten und setzen auf für die Erde schädliche Mono-Kultur. Felder, die früher brach lagen, oder auf denen Rinder grasten, werden nun für den Quinoa-Anbau genutzt. 

In Quinoa könnten sich Hipster-Foodies reinlegen, in Bolivien leidet die Landwirtschaft unter der Nachfrage.

In Peru und Bolivien gerät die Landwirtschaft wegen der Nachfrage nach Quinoa aus dem Gleichgewicht. 

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  1. Soja

    Den Fleischkonsum einzuschränken, ist generell eine gute Sache. Aber denkt zweimal nach, bevor ihr Fleisch mit Soja ersetzt. Das ist gleich auf mehren Ebenen bedenklich: Die Massenproduktion begünstigt Konzerne und drängt kleine Bauern aus den Märkten. Zudem ist der Einsatz von schädlichen Pestiziden weit verbreitet – was zu einem Anstieg von Missbildungen bei Neugebornen und erhöhten Fällen von Krebserkrankungen in der Nähe der Felder verursacht. Die grossflächigen Rodungen von Waldgebieten verursachen übrigens 15 Prozent (!) aller Treibhaus-Gase, die Menschen zu verantworten haben.

Sojamilch statt Kuhmilch? Gut für die Kühe, schlecht für den Planeten.

Der hohe Pestizideinsatz bei Soja vergiftet Anbaufläche und Menschen. 

Bild: istockphoto

Violet Kiani hat zwei Kochbücher veröffentlicht, veranstaltet regelmässig Supperclubs und pendelt zwischen Zürich, Berlin und London. Für Friday bloggt sie jeden Dienstag und Samstag über Food.

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