Wie dich richtiges Atmen gesund macht

Mit der Atmung beeinflussen wir Körper und Psyche. Warum das so ist und wie es richtig geht, haben uns zwei Experten verraten.

Von: Britta Gfeller

Wie dich richtiges Atmen gesund macht
Bild: Getty Images Atmen kann dich von negativen Emotionen befreien.
12 Dez '16
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Sie erhöht die Ausdauer, reduziert Stress, macht fit, lindert Depressionen, Angstzustände und Traumata, hilft bei Schlafstörungen, kann beruhigen oder anregen – und das sind nur einige der Vorteile von richtiger Atmung, die durch wissenschaftliche Studien und die Praxis belegt sind. Das Problem: Obwohl Atmen die natürliche Lösung auf viele gesundheitliche Probleme ist und wir alles bereits in uns tragen, was wir dafür brauchen, machen es viele Menschen falsch.

Nicht atmen um nicht zu fühlen

"Der Körper stellt automatisch eine minimale Sauerstoffversorgung sicher, damit wir überleben", sagt Atemtrainerin Daniela Rusconi. "Aber zwischen überleben und gut leben gibts einen grossen Unterschied."

Atmen ist nicht einfach nur Sauerstoffaufnahme, sondern Ausdruck der Psyche und Gemütsverfassung. Angst, Stress oder Trauer können uns regelrecht den Atem stocken lassen. Viele Leute atmen oberflächlich oder machen lange Atempausen. Durch das Nicht-Atmen würden sie unbewusst versuchen, nicht zu fühlen, zu verdrängen, sagt Rusconi. Auch eine falsche Körperhaltung kann zu falscher Atmung führen.

Richtiges Atmen ist bewusstes Atmen

Gut leben dank der richtigen Atem-Technik – Komplementärtherapeut Raphael Schenker erklärt das so: "Der Atem verbindet das Innere und das Äussere des Menschen. Aus dem Inneren kommen Energie, Kraft, Kreativität und Gesundheit." Wer diese fördern will, könne den Atem als Brücke benutzen.

Richtiges Atmen geht aber je nach Situation und Mensch anders. Eine Fachperson kann dabei helfen, herauszufinden, was für dich stimmt. "In Anbetracht der Wichtigkeit des Atmens ist ein Kurs eine gute Investition", sagt Raphael Schenker. Die Techniken seien nicht schwierig, doch genau hier liege oft das Problem: "Wir sind uns ständige Ablenkung gewohnt, deshalb kann es schnell langweilig werden, sich nur aufs Atmen zu konzentrieren." Dabei lohnt sich das. Schon zweimal zehn Minuten Atem-Übungen pro Tag können dein Wohlbefinden und deine Gesundheit verbessern.

Wenn du keinen Profi aufsuchen möchtest, hat Atemtrainerin Daniela Rusconi einige basic Do-It-Yourself-Atem-Tipps für dich:

Atem-Tipps für den Alltag

  1. Der Atem...

    ...sollte ruhig und entspannt ein- und ausfliessen und keine übermässig lange Pause nach dem Ausatmen beinhalten.

  1. Entspanntes Ausatmen...

    ...ist wie ein lautloser Seufzer, lass die Atemmuskulatur einfach passiv los.

  1. Lege dich aufs Sofa...

    ...und beobachte deinen Atem. Verlängere dann das Einatmen und achte darauf, dass sich sowohl Bauch als auch Brust nach aussen wölben. Falls es dir schwer fällt, in den Bauch zu atmen, lege etwas Schweres darauf. Mach das Gleiche mit der Brust, wenn dir die Brustatmung Probleme macht.

  1. Mach es dir zur Gewohnheit,...

    ...immer mal wieder drei bis zehn tiefe Atemzüge zu nehmen, egal, wo du bist: einatmen bis ans Maximum – und dann entspannt ausatmen.

  1. Wenn du warten musst...

    ...oder in einem Meeting jemandem zuhörst, kannst du gleichzeitig auf die Qualität deiner Atmung achten. Lege dafür unauffällig eine Hand auf deinen Bauch, um zu prüfen, ob der Atem auch in den Bauch fliesst. Atme regelmässig und ruhig ein und aus.

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