Endlich wieder eine Serie mit Kult-Potenzial

Ein Mädchen mit Superkräften, 80s-Nostalgie und die talentiertesten Newcomer Hollywoods – warum der Netflix-Hit "Stranger Things" die beste Serie des Jahres ist.

Von: Melanie Biedermann

Endlich wieder eine Serie mit Kult-Potenzial
Bild: Curtis Baker/Netflix Horror, Teenage-Drama und 80s-Look ergänzen sich bei "Stranger Things" perfekt.
10 Aug '16
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Als Anfang Jahr die ersten Ankündigungen zu "Stranger Things" aufpoppten, war die Presse zurückhaltend. Man redete von Winona Ryder, ihrer Chance auf ein Comeback, dem 80er-Jahre-Setting und einer nächsten Horror-Story für Netflix-Fans.

Nachdem die erste Staffel am 15. Juli auf Netflix anlief, blieb es erstmal ruhig. Macht Sinn, seit "Game of Thrones" hat kaum mehr eine Serie die Massen begeistert.

Das Einhorn im Serien-Sumpf

Der Hype kam oft bevor die erste Folge verfügbar war. Kaum war die komplette Staffel zwei Tage später zu Ende gestreamt, war sie vergessen. Mehr davon gibts vielleicht in einem Jahr. Oder gar nicht. Wie bei "Vinyl." Serienkult? Scheints im Sumpf immer neuer Mega-Produktionen nicht mehr zu geben.

"Stranger Things" läuft jetzt seit einem knappen Monat und die Reaktionen auf die Serie werden trotz Binge-Watchern und Zwangspause täglich euphorischer. Die Serie liefert Gesprächsstoff – endlich mal wieder. Da hat Netflix wohl doch noch ein neues Einhorn geschaffen: Einen Hype mit Substanz.

5 Gründe, warum "Stranger Things" Kult-Status verdient

  1. Die Story

    In der US-Kleinstadt Hawking verschwindet ein Junge aus unerklärlichen Gründen. Die Mom (Winona Ryder) dreht beinahe durch, der Bruder (Charlie Heaton) hält alles taumelnd zusammen und die Besties des vermissten Buben hoffen auf die Hilfe eines Mädchens mit übernatürlichen Kräften (Millie Bobby Brown). Ausserdem: eine Highschool-Beauty (Natalia Dyer) auf Identitätssuche und eine nervenaufreibende Monsterjagd. Horror, Highschool-Drama und etwas Science Fiction – eigentlich scheint der Mix zu wirr. Aber er macht süchtig.

  1. Die Newcomer

    (im Bild von links nach rechts)

    Charlie Heaton tourte früher mit seiner Londoner Noise-Rock-Band um die Welt, ist inzwischen Leo-Lookalike und spätestens seit seiner Rolle als introvertierter Aussenseiter Jonathan DIE Indie-Film-Nachwuchshoffnung.
    Natalia Dyer hatte ihren ersten grossen Film-Job in "Hannah Montana", die Rolle der Highschool-Beauty goes Kick-Ass-Girl und das edgy Puppengesicht dürften der 19-jährigen aus Nashville jetzt aber die richtig grossen Jobs bringen.
    Die Kids sind alle hitverdächtig. Ganz besonders aber Millie Bobby Brown (2.v.r.): Sie ist 12, sackstarkläuft stilsicher über rote Teppiche, weiss wie Instagram funktioniert und spielt schier mühelos das kahlköpfige Wunderkind Eleven.

    Die Newcomer

    Bild: Curtis Baker/Netflix

  1. Barb

    (Achtung, die Links sind voller Spoiler) 

    Um die rothaarige, föhnwellige beste Freundin von Hot-Girl Nancy schart sich seit dem Serienstart eine wilde Anhängerschaft: Neben klassisch nerdiger Fan-Art gibts Barb-Graffiti-Wände, Barb-Pizza-Slices und inzwischen auch einen Barb-Tribute-Song. Shannon Purser, die ihre Rolle ebenfalls ganz grossartig spielt, wurde inzwischen von der "Financial Times" zur Stil-Ikone ernannt.

#ImWithBarb Artwork by @goryango

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  1. #winonaissonce

    Es hat sich angekündigt – aber seit sie in der Show spielt, überschlägt sich das Netz mit Winona-Love. Nach einigen Aussetzern (Johnny Depp, Drogen, Kleptomanie) ist Winona Ryder von Hollywoods Cool-Kid zum Go-to-Girl für Personality-Jobs gereift. Zu Recht: Als kettenrauchende Mom Joyce Byers ist sie nicht zu schlagen.

    #winonaissonce

    Bild: Curtis Baker/Netflix

  1. Die Nostalgie

    Die Klamotten, die Neon-Lichter zwischen dem Meer aus Sepia, das "E.T."-Feeling – und die Musik: der Titel-Soundtrack klingt nach Weltraum, "Twin Peaks" und Nebelschwaden. In der Serie selbst mischt sich Jefferson Airplane-Psychedelik mit The Clash und New Order. Es gab so viele Nachfragen, dass Netflix vor einigen Tagen den Release eines offiziellen Soundtracks angekündigt hat. Bis dahin: Spotify.

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