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12 Lieblingsorte in Berlin

Friday-Autorin Karin Zweidler bloggt diesen Sommer aus der Grossstadt. Sie liebt sie heiss und innig – wo besonders, verrät sie hier.

12 Lieblingsorte in Berlin
Bild: Julian Nelken
16 Jun '16
zurück +18 -5
16 Jun '16
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Gib mal Tipps, sagen Freunde immer, bevor sie nach Berlin fliegen. Mach ich gern – nur weiss ich jedesmal nicht, wo ich anfangen soll, weil mir so viele wunderbare Orte einfallen, die die Stadt zu der machen, die ich so liebe. Für euch hab ich mich auf zwölf Lieblings-Lieblinge beschränkt. Von Coiffeur bis Club, von Velo-Tour bis Yoga, hier ist er: Karins Guide to Berlin.

  1. Königlich die Nacht durchtanzen im Prince Charles

    Ich bin kein Techno-Mädchen: "Nznznz" langweilt mich leider ziemlich schnell. Mit dem Berliner Nachtleben bin ich trotzdem mehr als d'accord. Das liegt unter anderem am Prince Charles (Kreuzberg): Die Nächte, die ich mir im alten Schwimmbad (die Bar befindet sich im Pool) schon zu den neusten HipHop, R'n'B oder Trap-Tunes um die Ohren geschlagen habe, kann ich schon lange nicht mehr zählen. Gut wars jedes Mal.

Bild: FreeJazz Photograpy

  1. Kaffee und Klatsch im Koffäin

    Man sollte Superlative sparsam verwenden. Hier muss ich aber: Besser als im Koffäin (Kreuzberg) schmeckt der Kaffee nirgendwo. Zum Espresso, Flat White oder Cold Brew gibts gute Musik, hübsches Interieur und Hakan, den Besitzer, den man ab Sekunde eins ins Herz schliesst. Das Koffäin ist nicht nur Café, sondern Wohnzimmer. Hier kennt jeder jeden und wenn nicht, dann wird das geändert. Ein Ort zum lange Bleiben.

Bild: zvg

  1. Freiheit auf dem Tempelhofer Feld

    Immer dann wenn ein Tag ganz ohne Verpflichtungen vor mir liegt, ist es wieder soweit: Ich organisiere mir ein Velo und fahre zum stillgelegten Flughafen Tempelhof. Dort steht nämlich nicht nur das alte Gebäude, sondern auch die Landebahnen und zugehörigen Wiesen sind noch da und stehen zum Skaten, Velofahren, Grillieren, Drachen-Steigen-Lassen zur Verfügung. Freiheitsgefühle hoch 100.

Bild: Karin Zweidler

  1. Drinks im Jungbusch

    Das erste Mal hat mich eine Freundin in die Jungbusch Bar gezerrt: "Alles wunderschöne Skaterjungs!", lautete ihr Argument. Ich hab mittlerweile aber auch andere: 1A Drinks, coole Atmosphäre, gute Musik und dank seiner Lage an der Neuköllner Weserstrasse der perfekte Ort, um eine lange Nacht zu starten.

     

Bild: zvg

  1. Abkühlung im Bernstein-See

    In der Spree Baden? Darf man nicht. Will man aber auch nicht so richtig – die ist nämlich ziemlich dreckig. Seen gibts um Berlin zum Glück en masse, nur so richtig schön sind leider wenige. Mein neuer Liebling ist der Bernsteinsee: 40 Auto-Minuten weg von der Stadt, dafür aber nicht so überfüllt wie andere, mit Sandstrand und glasklarem Wasser.

     

Bild: Instagram: kaerleknu

  1. Vietnam im Bauch bei Hamy

    Achtung: Bei Hamy (Neukölln)  muss man manchmal auf der Strasse warten, bis ein Platz an den langen Festbänken frei wird – während in all den Nachbar-Restis gar nichts los ist. Wer schon da war, weiss warum: Beim Vietnamesen gibts ein Tagesmenü für 4.90 Euro. Und das schmeckt richtig, richtig gut.

Bild: Karin Zweidler

  1. Im Haar-Himmel bei ESHK

    Wer aus einem Land kommt, in dem man sogar fürs Spitzenschneiden mehrere Nötli hinblättert, der ist in Berlin im Frisen-Himmel. Heisst: Auswählen zwischen den 10-Euro-Friseuren an jeder Ecke oder sich eben den Profi-Schnitt gönnen, den man sich zu Hause nie leisten kann. Meine Helden heissen Amy und Miguel, wissen, was ich haben möchte, wenn ich es selbst nicht weiss und zaubern meine geraden Haare bei ESHK (Neukölln) zwischen DJ-Pult und Leuchtschriften immer wieder zur Mega-Mähne.

Bild: Karin Zweidler

  1. Essen und Promis gucken bei Dudu

    Und wieder: Der Preisvorteil lässt grüssen! Sushi lässt sich in Berlin quasi als Budget-Essen verbuchen. Das spielt mir allgemein in die Karten – wenn ich mir aber so richtig was gönnen möchte, dann geh ich zu Dudu. Hier lässt man für Berliner Verhältnisse zwar viel Geld liegen, im Vergleich zu Zürich ist aber immer noch alles in bester Ordnung. Location: top. Sushi: top. Und man munkelt, George Clooney schaue ab und zu vorbei (auch top). Gibts in Mitte und Prenzlauerberg.

Bild: zvg

  1. Im Vintage-Paradies bei Repeater

    Secondhand-Shops müssen mich von der ersten Sekunde an packen, sonst ists schnell vorbei mit der Shopping-Lust. Bei Repeater bin ich immer schnell Feuer und Flamme: Blumen-Culotte reiht sich an Nike-Jäckli, reiht sich an 80s-Gold-Overall reiht sich an eine Wagenladung Levi's Mom-Jeans. Die Verkäuferin hilft gern, aber nur, wenn man die Stücke zu schätzen weiss: "Wehe, du schneidest die Jeans ab, sonst verkauf ich sie dir nicht!". Mach ich nicht, versprochen.

Bild: Karin Zweidler

  1. Sich klein fühlen auf dem Klunkerkranich

    Von unten gesehen sind die Neukölln Arcaden ein nicht allzu hübsches Einkaufszentrum. Oben aber, auf dem Parkdeck, da wartet der Klunkerkranich mit Drinks, Musik und vor allem Aussicht auf einem. Das allertollste an der höhergelegten Stadt-Oase: Das Publikum reicht von Familien über den Mitte-Hipster bis hin zur Oma, die gerade zu Besuch ist.

     

Bild: Julian Nelken

  1. Durch und durch Yogi im Yellow Yoga

    Ich glaub ich habs, mein Lieblingsyoga: Unter all den 1001 Angeboten war mir Yellow Yoga besonders sympathisch. In den zwei hübschen Studios in Neukölln und Kreuzberg bezahlt jeder das, was er kann. Die mit mehr, geben ein bisschen was ins Yoga-Kässeli derer, die weniger haben – macht Sinn, oder? Und das erst noch ohne Anmeldung.

Bild: zvg

  1. Schlendern mit Glace-Stopps an der Oderberger Strasse

    Die Oderberger Strasse (Prenzlauerberg) verbindet die (ebenfalls sehr gemütliche) Kastanienallee mit dem Mauerpark. Und was soll ich sagen: Es ist idyllisch hier. Farbige Jugendstilhäuser reihen sich aneinander und beherbergen süsse Restaurants, Eis-Dielen und Secondhand-Shops. Ein Abend Oderberger fühlt sich an wie eine Woche Ferien. Oder zumindest fast.

Bild: Karin Zweidler

Ein Sommer in Berlin

Karin Zweidler ist 25 und schreibt regelmässig als freie Autorin für Friday und andere deutschsprachige Medien. Mit Techno kann sie gar nichts anfangen, Berlin liebt sie trotzdem. Das hat sie gemerkt, als sie vor drei Jahren kurz dort gelebt hat. Weil die Sehnsucht gross ist, verbringt sie diesen Sommer wieder in Berlin – und bloggt bei uns über das Grossstadtleben.

 

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