Dein Guide für den Kunst-Sommer

Mit der Manifesta und der Art Basel eröffnen in Zürich und Basel zwei der grössten Kunst-Events der Welt. Was uns wo erwartet.

Von: Melanie Biedermann

Dein Guide für den Kunst-Sommer
Bild: Jeremy Ayer Der Zürcher Künstler Simon Heusser macht sich schon mal für seine Paradise Performance fit. Mehr dazu weiter unten.
10 Jun '16
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Heute Abend eröffnet in Zürich die Manifesta. Die europäische Wanderbiennale ist sowas wie das ideologische Gegenstück zur Verkaufsmesse Art Basel und wechselt Standort und Motto mit jedem Ausstellungssommer. Jetzt in Zürich: "What People Do For Money." Die Art startet offiziell zwar erst 16. Juni, mit coolen Openings beginnts aber schon jetzt.

Hier trifft sich in den nächsten Tagen und Monaten die internationale Kunstszene: im Pavillion of Reflections (l.) auf dem Zürisee und auf dem Basler Messeplatz.

Bild: Thomas Egli/Tages-Anzeiger, Art Basel

Das Publikum

Art Basel
Die Art-People sind so verschieden wie die Kunst, die ausgestellt wird: von Leo DiCaprio, der sich seit Jahren mit Schiebermütze zu tarnen versucht, Art-Lover Solange Knowles, die plötzlich in einer Pop-up-Bar singt, bis zu pöbelnden Kunst-Aktivisten.

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Manifesta
Hier trifft sich die Intellekto-Crowd: Statt Werkpreise und Hot-Lists wird die Bedeutung der Kunst und deren Wert für die Gesellschaft verhandelt. Mitmachen kann jeder. Ganze 100 Tage lang. 

Die Kunst

Art Basel
Megastars wie Ai Weiwei, Schockkünstlerin Tracey Emin und das Schweizer Hype-Girl Pamela Rosenkranz zeigen an der Art Unlimited käufliche Kunst in Übergrosse, Performance-Künstlerin Anne Imhof in der Kunsthalle Basel eine Ausstellung, die in einer 5-stündigen Akt kulminiert.

Anne Imhof performt am 15. Juni ab 19 Uhr mit Kollegen und einem Falken in der Kunsthalle Basel.

Bild: Anne Imhof, Angst / Kunsthalle Basel. Foto: Nadine Franczowski.

Manifesta
Kunstkoryphäen wie Maurizio Cattelan oder Literaturstar Michel Houellebecq machen mit unterschiedlichsten Zürcher Berufsleuten gemeinsame Sache, und eine historische Ausstellung zeigt, was Arbeit von früher bis heute alles bedeutet. 

Katherine Bernhardts riesiges Acrylgemälde in der historischen Ausstellung (Section "Break Hour").

Bild: Katherine Bernhardt, Cigarettes and Toilet Paper, Black and Pink, 2016. Courtesy of Carl Freedman Gallery, London and Canada Gallery, New York © Katherine Bernhardt

Neue Gesichter

Art Basel
Sophie Jung macht zwinkernde Multimediakunst und Publikumsperformance und ist damit für einen Swiss Art Award nominiert. Die Ausstellung eröffnet am Montag, 13. Juni, 19 Uhr.

Sophie Jung im Kunst-Pool.

Bild: Eh, –co? Nah, cis. Us! at Rialto Basel for Jungs, hier kommt der Masterplan at Kunsthalle Basel, 2015.

STELLA malt, näht und installiert zum Thema Konsum – grell, cool und käuflich. Wer schnell genug ist, erwischt an ihrem Eck an der Liste eins der einmaligen Stücke.

Brigham Baker arrangiert, was die Natur oder der Zufall ihm gibt. Pretty und smart. Zur Art-Woche sieht man seine Arbeit im Kiefer-Hablitzel-Eck bei den Art Awards und in der Ausstellung "In a Good Shape" in der Schwarzwaldallee.

Manifesta
Gregory Hari ist Performance in Reinform – aber nie ohne Pop. Zur Manifesta gibts die Live-Action  unter anderem an der Fundraising-Gala des Performance-Kollektivs HNC am 18. Juni.

Performance-Künstler Gregory Hari.

Bild: Andrin Winteler

Emanuel Rossetti installiert und hackt Neuzeit-Themen. Aktuell in der Ausstellung "Your Memories Are Our Future" in einem Haus an der Hohlstrasse, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten Pariser Palais de Tokyo entstanden ist.

Simon Heusser macht zeitgeistige Performance- und Installationskunst. Auf der Terasse der Uni Zürich gibts Healing Sessions im Paradise Retreat. Vernissage ist morgen um 17 Uhr.

Der Style

Das Art-Outfit mit Ohrringen von Roxanne Assoulin, Marni-Pumps und Paskal-Dress (l.). MSGM-Kleid und Ankle Boots sind mehr Manifesta. 

Bild: Friday Magazine, zvg

Art Basel
Das Art-Girl ist geschäftig, aber auf keinen Fall gemässigt. Designerteile sind gut, Avantgarde ist besser. Mindestens ein Stück ist potenziell museumstauglich. 

Manifesta
Bunt und ageless: Wer hier Label trägt, unterstützt die junge Szene und greift zum Newcomerbrand. Die Haare? Wild oder duttig

Der Food

Art Basel
An den Dinnerabenden der internationalen gastronautischen Gesellschaft gibts vor allem Performance, aber auch feines Essen. Am 14. und 16. Juni auf Anmeldung.

Das Rhyschänzli mietet sich in der Garage der Galerie von Bartha ein. Nomnomnom zwischen High-Art-Objekten. 

Im Boxclub-Pop-up der Palestine-Grill-Macher gibts bis zum 19. Juni 5-Gänger und Cocktails. Beim Marktplatz.

Garage voller Kunst und Essen: Das Rhyschänzli-Pop-up.

Bild: John Wood & Paul Harrison, Some things are undesigned, von Bartha Basel, 2015. Fotograf Andreas Zimmermann.

Manifesta
ISS Hope Galley & Host Lab: Die Wrong Brothers machen aus zwei Schiffscontainern eine Biokantine in der Europaallee.

Der britische Künstler John Arnold und Sternekoch Fabian Spiquel verbreiten an verschiedenen Imbissen der Stadt von Staatsdinnern inspierierten Streetfood.

Im LUMA Westbau im Löwenbräu-Areal gibt seit Kurzem das Schwarzescafé. Da ists kühl, es gibt eine Bibliothek, einen Screen, feine Happen und all black Interior. Morgen eröffnet da zudem die Ausstellung "Home."

Einer der neuen Sterne-Imbisse in Zürich.

Bild: zvg

Die Partys

Art Basel
Das HeK lädt am Dienstag, 14. Juni, gemeinsam mit dem Campus der Künste zur Deep-House-Nacht auf dem Hochschul-Areal. 

In der Parcours-Bar im Spira Popstore gibts ab Montag eine Woche lang Drinks mit wechselnden Hosts. Am Mittwoch, 15. Juni, bringt das Basler Kunst-Kollektiv Deli Projects NYC-Girl Juliana Huxtable ans Mischpult.

Das New Yorker Szene-Girl wird crazy Beats nach Basel bringen. 

Bild: Instagram julianahuxtable

Der Nordstern eröffnet gleich doppelt: auf einem Schiff mit Food und Sonnendeck und am Montag, 13. Juni, im Provisorium mit der Ausstellung "Strange Days" von Modefotigraf Giani Pisano und viel Bass. 

Manifesta
Im Cabaret der Künstler gibts neben dem exklusiven Performance-Club (wer reinwill, muss mitmachen) auch eine Bar mit Dada-Sours, Manifestinis und Grill Cheese Broten von John Baker.  

Die Stützlibar ist eine Art soziales Trink-Experiment: Die Barpreise wechseln wie an der Börse. Überleg dir gut, wann du wieviel trinkst. 

Die unabhängigen Kunstorte feiern heute im Blossom beim Dynamo eine Fiesta namens Woff Woff Woff

Wilde Hunde? Gibts an der Woff Woff Woff bestimmt.

Bild: zvg

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