Plus-Size-Trend erreicht Männermodels

Die Modelagentur IMG hat eine Abteilung für nicht so schlanke Männer gegründet. Ihr erstes Model ist Zach Miko.

Plus-Size-Trend erreicht Männermodels
Bild: Getty Images Zwei Meter gross, ein Meter Hüftumfang: Der Schauspieler, Komiker und Autor Zach Miko.
16 Mär '16
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Die #BodyPositivity-Bewegung geht in die nächste Runde: Die Modelagentur IMG hat eine Plus-Size-Abteilung für Männermodels gegründet. Vermarktet wird sie unter dem knackigen Namen "Brawn", was soviel wie "Muskelkraft" bedeutet. Damit wird auf die knuffig-kräftige Erscheinung der Jungs angespielt und eben nicht auf ein durchtrainiertes Sixpack. Der Zwei-Meter-Mann Zach Miko ist das erste "Brawn"-Model und verkörpert das Image mit einem Hüftumfang von 100 cm perfekt.

Die männliche Ashley Graham

Ganz neu ist Zach in der Modebranche nicht: 2015 hat er für den Webshop von Target für die Übergrössenlinie von Mossimo Supply Co. gemodelt. Gut möglich, dass Zach zur männlichen Version von Ashley Graham wird, die als Plus-Size-Model von IMG gerade supererfolgreich ist und erst vor kurzem auf dem Swimsuit-Cover der "Sports Illustrated" war. 

IMG-Boss Ivan Bart sagte der "Women's Wear Daily", er hoffe, dass die neue Abteilung einen positiven Einfluss auf den Modemarkt habe und die Labels künftig vermehrt grössere Grössen produzierten. Es sei für korpulentere Männer wie ihn immer noch schwierig, sich modisch anzuziehen.

Schweizer Modelagenturen machen es vor

Wir haben bei den Schweizer Modelagenturen Visage und Scout-Model nachgefragt, wie sie es mit männlichen Plus-Size-Models halten. Zineta Blank, Agenturchefin von Visage, zeigt sich über IMGs neue Abteilung sehr erfreut. Sie lege ebenfalls grossen Wert auf Natürlichkeit, Persönlichkeit und Authentizität bei ihren Models, denen sie immer wieder sagt: "Versuche nicht perfekt zu sein. Sei echt."

Auch die Agenturchefin von Scout Model, Bettina Schäfer, hat erkannt, dass der Plus-Size-Trend in der Fashionbranche angekommen ist – allerdings nicht wirklich in der Schweiz: "Wir haben bereits vor einem Jahr einige Plus-Size-Männer in unsere Kartei aufgenommen, aber es hat nicht funktioniert – die Nachfrage war zu klein." Bettina sieht den Grund beim Schweizer Kunden: "Die Schweizer sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich körperbewusst und schlank. Das liegt daran, dass wir es uns leisten können, uns gesund und ausgewogen zu ernähren. Das führt aber auch dazu, dass der Schweizer Kunde nicht auf Plus-Size-Models anspringt."

Ob Plus-Size oder nicht: Zu beobachten ist auf jeden Fall eine Bewegung, die mehr Vielfalt anstrebt – sei das nun in Bezug auf Figur, Geschlecht oder Alter. Weiter so.

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