Darf eine Essstörung lustig sein?

Jessie Kahnweiler findet: ja! In ihrer neuen Miniserie "The Skinny" erzählt die Regisseurin von eigenen Erfahrungen mit Bulimie - ironisch und mit viel Mut.

Von: Jocelyne Iten

Darf eine Essstörung lustig sein?
Bild: Getty Images
02 Feb '16
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Gerade erst ihr Debüt am Sundance Film Festival gefeiert, bringt Jessie Kahnweiler ("Dude, Where's my G-Spot" und "Meet my Rapist") in ihrer Webserie "The Skinny" eine etwas andere Perspektive einer Essstörung zu Tage. Die semi-biografische Serie porträtiert Jessie (ja, Autorin und Hauptfigur haben den selben Namen), eine junge Künstlerin, die mit provokativen Videos auf ihren grossen Durchbruch in der Social-Media-Welt hofft. Neben der Karriere kämpft Jessie mit ihrem drogenabhängigen Freund, ihrer herrischen Mutter - und Bulimie.

In sechs 10-minüten Episoden beleuchtet Jessie Kahnweiler das heikle Thema mit derbem Humor. Ein Beispiel: Reste vom Partykuchen mischt Jessie direkt im Abfallsack mit Schnaps und einer Extra-Portion Schlagrahm, bevor sie ihn hemmungslos in sich reinstopft. Untermalt mit Hip-Hop-Beats und verschmitzt-verstohlenen Blicken wirkt das übertrieben, absurd und tatsächlich auch komisch. Bis sich Jessie übergibt. "The Skinny ist eine Komödie, an Essstörungen ist aber eigentlich nichts lustig. Wenn du eine hast, ist es die Hölle," erzählt die Regisseurin im Interview mit "Refinery 29".

Warum dann eine Komödie daraus machen? Jessie Kahnweiler will, dass Betroffene nicht nur auf ihre Krankheit reduziert werden. "Ich war selbst über zehn Jahre lang bulimisch. Aber ich habe auch Dokumentarfilme gedreht, bin nach Vietnam gereist, habe mich verliebt und die Uni abgeschlossen", so die Regisseurin. "Trotz meiner Krankheit war mein Leben damals auch wunderschön."

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