Die Hippen trinken jetzt Birkenwasser

Der Saft der Birke läuft dem begehrten Kokosnusswasser gerade den Rang ab. Angeblich sei er genauso gesund - dafür viel kalorienärmer. Was ist dran am Hype?

Von: Marie Hettich

Die Hippen trinken jetzt Birkenwasser
Bild: Instagram sibberi Kommt mit der Produktion kaum hinterher: Das britische Birkenwasser-Start-up Sibberi.
04 Dez '15
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Ob als Haarwässerchen in Grosis Bad-Schrank oder als spiessiger Heilpflanzen-Sirup aus der Apotheke: Cool war Birkenwasser nie. Bis jetzt. Denn seit es Kokosnusswasser vom Geheimtipp bis in den Mainstream und die internationalen Supermarktregale geschafft hat, ist die hippe Welt im Super-Water-Fieber - und auf der Suche nach Abwechslung. Immer mehr greifen nun zum Birkenwasser anstatt zum Kokos-Drink - angeblich sei dieses nämlich genauso gesund, ist mit seinen fünf Kalorien auf 100ml aber deutlich kalorienärmer.

Abgezapft wird nur im Frühling

In der Schweiz ist Birkenwasser noch nicht im regulären Sortiment zu finden, in den USA und Grossbritannien ist die Nachfrage aber so gross, dass die wenigen Anbieter kaum hinterherkommen mit Produzieren. Denn Birken gibt es zwar fast überall auf der Welt, zum Saft-Abzapfen kommt aber nur eine Zeitspanne von gerade mal vier Wochen im Jahr in Frage. Dann, im Frühling, pumpt der Baum die vom letzten Jahr gespeichterte Nahrung aus den Wurzeln nach oben, um sich sozusagen selbst aus dem Winterschlaf zu wecken.

Nur im Frühling kann abgezapft werden.

Bild: Instagram dagsattplocka

Die Eigenschaften, die Birkenwasser nachgesagt werden, lesen sich wie die Beschreibung eines Zaubertranks: Entgiftend soll es wirken, allen möglichen Krankheiten vorbeugen - und sogar Cellulite soll man damit endlich in den Griff kriegen. Aber was davon stimmt wirklich?

Ernährungs-Experten sind skeptisch

"Birkenwasser enthält Mineralstoffe, ein paar Vitamine, Aminosäuren und entzündungshemmende Heteroside - allerdings ist wissenschaftlich nicht erwiesen und somit fraglich, ob solch geringe Mengen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben", sagt PD Dr. med David Fäh, Ernährungsphysiologe und Dozent an der Berner Fachhochschule. Auch Steffi Schlüchter von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung kann dem Trend nichts abgewinnen: "Die Behauptungen dass Birken- oder auch Kokosnusswasser gesund sei, dienen reinen Marketingzwecken. Normales Wasser ist und bleibt der beste Durstlöscher der Welt."

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