Instagram Bullet
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Warum basteln plötzlich alle fleissig Notizbücher?

von Gina Buhl

9 MÄRZ 2018

Life

Auf Insta und Youtube präsentieren Blogger derzeit stolz ihre superaufwändig gestalteten Notizbücher. Was hat es mit den "Bullet Journals" auf sich? Ein Erklärungsversuch.

Es sieht aus wie ein zwanghaft nach Farben sortiertes und penibel geführtes Tagebuch eines Ordnungsfreaks, soll aber ein "unschlagbares Produktivitätswerkzeug", "ein moderner Filofax" und die "Marie Kondo für rasende Gedanken" sein: das sogenannte Bullet Journal. Ein Notizbuch-System, das die Köpfe von Youtubern und Instagrammern angeblich seit einigen Monaten organisiert – und ihr Leben so komplett verändert haben soll. Ein ganz schönes Statement, für ein Ding dessen Bastel-Anleitung so kompliziert ist, dass man einen Kurs dafür belegen müsste – das aber nicht tun kann, weil es keinen gibt.

Tutorials und Bücher zum Thema dagegen findet man – in hundertfacher Ausführung. Sie wollen die Technik erklären, die der New Yorker Produkt-Designer Ryder Carroll entwickelt hat, weil er seine Termine, Aufgaben, Notizen, Ziele und Wünsche in einem Buch vereinen wollte. Seine Bullet-Journal-Technik beruht laut Website auf drei Prinzipien, die Herzen von Achtsamkeits-Fans höher schlagen lassen: Der Reflexion, um sein "Inneres zu entrümpeln" und "eine Gedankeninventur zu kreieren", der Gestaltung, um "kleine, machbare Projekte zu formulieren" und der Hingabe, mit der man eine "tägliche Gewohnheit formen soll". Es ist unterteilt in "Future Logs" und "Module" – wer an dieser Stelle ausgestiegen ist, dem sei gesagt: We feel you.

Warum der Hype?

Vereinfacht könnte man sagen, dass im Bullet Journal Aufgaben, Termine und Gedanken mit verschiedenen Symbolen (Kreis, Strich, Kreuz) gekennzeichnet und mit Zeichnungen und Inspirational Quotes versehen werden. Ein schöneres und zeitintensives Notizbuch also.

Warum das Ganze so einen Hype auslöst? Gut möglich, dass die säuberlich angeordneten Bullets den Eindruck erwecken, als hätte man seine Termine (und sein Leben) im Griff. Oder, dass das Ausmalen von Buchstaben und Zeichnungen einen entspannt, weil man – im Gegensatz zu digitalen Kalendern – nicht ständig auf einen Handy- oder Computerbildschirm starrt. Gut möglich auch, dass ein "Don't give up" in Schnörkelschrift neben dem anstehenden Gym-Termin ein wenig mehr Bock aufs Schwitzen macht.

Wer Erfahrungen damit hat, kann sich gern bei uns melden.

Screenshot Youtube
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