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"Traurigerweise gewöhnt man sich an die vielen Beleidigungen"

von Marie Hettich

14 JUNI 2018

Life

Wir wollen wissen, was die LGBTQI-Community bewegt. Zum Start unserer Reihe zur Pride Week beantwortet Transfrau Demi Rue, 26, aus Uttwil TG unseren Fragebogen.

Demi Rue, wann hattest du dein Coming-out? Ich hatte eigentlich gar keins. Meiner Mama war schon immer klar, dass ich anders bin. Es war einfach so.

Welches Vorurteil oder Klischee macht dich wütend? Es gibt immer noch viele, die glauben, man entscheide sich dazu, queer zu sein. Das nervt mich extrem.

Welches Thema beschäftigt dich zurzeit am meisten? Der Geschlechtseintrag. Leider ist das Ganze nicht eindeutig geregelt, was eine Änderung sehr kompliziert macht. Es ist ein riesen Papierkrieg bis dahin. Ich bekomme immer noch Post mit der Anrede "Herr" – ziemlich unangenehm.

Worüber hast du dich dieses Jahr schon so richtig gefreut? Ich hatte vor Kurzem meine Brust-OP und meine Gesichtsfeminisierung.

Das Mühsamste am Queersein? Sich ständig erklären zu müssen. Manche Leute verlieren komplett den Anstand und fragen, ob ich eine Genital-OP machen lasse habe. Was geht euch denn an, was ich zwischen meinen Beinen habe?

Und das Beste? Ich bin dadurch ein sehr toleranter und offener Mensch – und ich entfalte mich so, wie ich das möchte.

Wer inspiriert dich? Jeffree Star und Gigi Gorgeous.

Wie steht deine Familie zu dir? Meine Familie unterstützt mich bei allem. Sie sind die Allerbesten!

Möchtest du heiraten? Auf jeden Fall.

Und Kinder? Jaaaa! Am liebsten Zwillinge.

Wurdest du jemals aufgrund deiner Queerness beleidigt? Das passiert so ziemlich jeden Tag. Traurigerweise gewöhnt man sich daran.

Was war das Schlimmste, was du je durchmachen musstest? Ich wurde schon zwei Mal von Männern verprügelt. Sexuelle Belästigungen kommen immer wieder vor – einmal hat mir jemand zwischen die Beine gegriffen, weil er herausfinden wollten, wie es untenrum bei mir aussieht. 

Wenn du dir eine Superkraft aussuchen könntest – welche wärs? Ich würde gern Gedankenlesen können. Das würde vieles einfacher machen.

Was wünscht du dir für die LGBTQI-Zukunft in der Schweiz? Mehr Toleranz und Akzeptanz! Es sollte kein Coming-out brauchen. Wozu auch? Es geht hier um Liebe!

Und was wünscht du dir für deine Zukunft? Dass ich meinen Weg weiterhin so meistere, wie ich ihn bisher gemeistert habe.

Bleibt dran: Heute Abend um 20 Uhr folgt der nächste Pride-Fragebogen.

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