H&M Schaufenster
Bon Wongwannawat

Schweizer Design-Studis recyceln für H&M

von Sonja Siegenthaler

19 APRIL 2018

Fashion

H&M hat 80 Studis der Textilfachschule beauftragt, aus abgebenden Altkleidern eine neue Kollektion zu machen. Wir haben mit sechs Studentinnen über ihre Designs gesprochen.

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, was mit den Altkleidern passiert, die ihr für die H&M-Kleidersammlungsinitiative abgebt? Auf die Anfrage von H&M haben 80 Studenten der Schweizerischen Textilfachschule STF daraus insgesamt 45 neue Looks designt. Die gesamte Kollektion entstand unter dem Motto "Urban Jungle" und ist noch bis zum 25. April in ausgewählten H&M-Schaufenstern in Basel, Bern und Zürich ausgestellt. Ziel des Projekts ist es, die Gesellschaft auf die negativen Auswirkungen der Fast Fashion aufmerksam zu machen.

"Die Studierenden haben zu Beginn über 100 Kleidersäcke nach Farben und Qualität sortiert und inspirierende Teile herausgepickt. Teilweise wurden die Stücke in Stoffstreifen aufgelöst, neu zugeschnitten und anders zusammengesetzt – alles war möglich", so Maya von Allmen, die Dozentin.

Morena Rüfenacht
Morena Collage
Fotos Rahel Durrer / Collage Philippe Gruebler

Welche Musik hörst du beim Arbeiten? Am liebsten Hörbücher. Bei dem Mantel waren es drei – ich war über 40 Stunden beschäftigt.

Lief im Arbeitsprozess etwas total schief? Blöderweise wog der Mantel zuletzt 8 Kilo, was jeglichen Transport ziemlich erschwerte. Das hatte ich so nicht geplant.

Was wäre dein Beruf, wenn du nicht in der Modedesign-Branche wärst? Ich wäre Bäckerin oder Confiseurin geworden.

Christine Zettner
Christine Collage
Fotos Rahel Durrer / Collage Philippe Gruebler

Aus wie vielen recycelten Teilen besteht dein Mantel? Aus drei Teilen: Einer Strickjacke, einer Jeans und einem Mantel.

Was snackst du an der Nähmaschine? Ich esse eigentlich die ganze Zeit irgendwas, am meisten im Nähstress um drei Uhr morgens. 

Designst du lieber für Männer oder für Frauen? Das Design für Männer fordert mich mehr heraus – Frauenkleider haben oft sehr ähnliche Formen. Herrenmuster sind Klassiker, die man gut weiterentwickeln kann.

Sandrine Imboden und Polina Hofstetter
Sandrine Und Polina Collage
Fotos Rahel Durrer / Collage Philippe Gruebler

Sandrine, aus was ist dein Kleidungsstück entstanden? Ein alter Bettanzug.

Hast du ein Spirit Animal? Ein Elefant. Er ist stark, gross und ruhig – wie ich.

Polina, aus was hast du dein Kleidungsstück kreiert? Aus einem alten H&M-Werbeplakat. Eine tolle Aufgabe für mich: Es hatte seine Arbeit als Plakat schon erfüllt und nun wurde es durch mich zu einer Jacke. Das ist Nachhaltigkeit.

Welche Musik hörst du beim Arbeiten? Ich stelle ganz leise das ABC Lounge Radio ein. Die loungige Musik ist super zum Arbeiten, man kann sich gut konzentrieren.

Melanie Lenherr
Melanie Collage
Look Rahel Durrer / Foto zvg / Collage Philippe Gruebler

Wie bist du beim Designen vorgegangen? Beim Sortieren der alten Kleider haben mich bestimmte Kleidungsstücke angelacht, auf denen hab ich dann aufgebaut. Meine Inspiration war die Urban Jane, eine moderne Frau.

Was sagst du zum Thema Fast Fashion? Mir wurden durchs Studium die Augen geöffnet. Weil viele noch immer nicht wissen, was Fast Fashion bedeutet, finde ich die Idee von H&M super, über das Thema aufzuklären. Ich fänds schön, wenn Mode immer nachhaltiger und dennoch bezahlbar werden würde.

Sladjana Simic
Sladiana Collage
Fotos Rahel Durrer / Collage Philippe Gruebler

Wie sieht für dich die optimale Arbeitsatmosphäre aus? Ein grosser, heller Raum, aus dem man herausschauen kann – Natur inspiriert mich.

Ohne welches Tool kannst du nicht leben? Ohne meine kleine Stoffschere. Ich habe sie immer dabei.

Was wolltest du schon immer der Welt sagen? Weil in der Vergangenheit wenig Wert darauf gelegt wurde, ist Nachhaltigkeit heute umso wichtiger. Man sollte beim Einkaufen unbedingt drauf achten.

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