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Liebe Migräne-Geplagte, würdet ihr euch jeden Monat spritzen lassen?

von Gina Buhl

29 MAI 2018

Health

Bald soll ein neues Medikament zur Migräne-Vorbeugung auf den Markt kommen. Würdet ihr es ausprobieren?

Während einer Migräne-Attacke befindet man sich im absoluten Ausnahmezustand. Ich weiss, wovon ich spreche: Seit fünf Jahren sucht mich – wie eine Millionen andere Schweizer – regelmässig dieses unbeschreiblich betäubende Gefühl heim: Erst sehe ich nur noch ein schwarz-weisses Flimmern, die sogenannte Migräne-Aura, dann wird mir schwindelig. Wenn die unerträglich hämmernden Schmerzen etwa eine halbe Stunde später in meinem Kopf wummern, ertrage ich kein Tageslicht mehr. Ich muss mich hinlegen, kann nichts essen oder trinken – bis es dann nach fünf bis sechs Stunden endlich besser wird.

Schmerzfrei dank Spritze?

Dementsprechend haben mich die News über das neue Migräne-Mittel von Novartis also ziemlich interessiert. Das Medikament namens Aimovig wurde vergangene Woche von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zugelassen und soll auch in der Schweiz in den kommenden Monaten auf den Markt kommen. Aimovig besteht aus einem Antikörper und soll gegen ein körpereigenes Eiweiss wirken, das bei der Entstehung der Migräneschmerzen eine wichtige Rolle spielt. Die Substanz wird monatlich gespritzt und blockiert die Andockstellen im Gehirn, die für die Fehl-und Überfunktion der Schmerzverarbeitung zuständig sind. In den Zulassungsstudien hat sie gut abgeschnitten. Klingt erstmal nach einem riesengrossen Hoffnungsschimmer für alle Migräne-Leidenden.


Langzeitstudien gibts noch keine

Der Haken an der Sache: Es gibt noch keine Langzeitstudien, und das Medikament ist ziemlich teuer. In den USA kostet Aimovig 575 Dollar – pro Monat. Wie in den USA wird es auch in der Schweiz, so Experten-Einschätzungen, wohl strenge Auflagen der Krankenkassen geben, die bestimmen, wer die Substanz überhaupt verschrieben bekommt. 

Würde ich die Spritze testen wollen? Ich habe mir diese Frage gestellt – und bin mir nicht nicht sicher, wie meine Entscheidung ausfallen würde, hätte ich die Möglichkeit, sie auszuprobieren. Was, wenn der Antikörper nicht nur diese eine Andockstelle blockiert? Was, wenn es in weiter, weiter Zukunft negative Auswirkungen auf mein Gehirn hätte, von denen ich zum Zeitpunkt der Spritzen noch gar nichts mitbekomme? Ich stelle die Frage also euch:

Würdet ihr die neue Migräne-Spritze ausprobieren?

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