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In diesen Ländern kann die Mens zum Problem werden

von Luise Philine Pomykaj

7 JUNI 2018

Life

Stell dir vor, keine Tampons kaufen zu können, oder wegen deiner Periode die Schule abbrechen zu müssen: Für viele Frauen weltweit ist das Realität. Wir sagen euch wo.

Auch bei uns wird die Menstruation in der Werbung und auf Social Media nach wie vor tabuisiert. Nicht offen damit umzugehen erscheint allerdings fast harmlos im Vergleich zu den Zuständen in anderen Ländern.

Für manche Frauen hat die Stigmatisierung der Periode nämlich gravierende Auswirkungen: So verweigert man ihnen teilweise gar das Lernen und Arbeiten, wenn sie ihre Periode haben. Anderen wiederum fehlt erschreckenderweise schlicht das Geld für Tampons.


Sprecht ihr über die Mens?

1966 Votes
  • Laut im Büro nach einem Tampon fragen? Das traue ich mich nicht. 11%
  • Mit Freundinnen, meinem Frauenarzt – klar. Aber da hört es dann auf. 36%
  • Ich habe überhaupt kein Problem damit, offen über meine Mens zu sprechen, so sollte es in anderen Kulturen auch sein. 54%
  • Indien
    Laut der indischen Zeitung "Hindustan Times" ist es Frauen während ihrer Periode nicht gestattet, sich in der Küche aufzuhalten oder an religiösen Ritualen teilzunehmen. Die Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland e.V. berichtet ausserdem, dass in Indien 20 Prozent der Mädchen die Schule abbrechen, wenn sie ihre Periode bekommen. Entweder gibts nicht die nötigen sanitären Anlagen oder die Hygieneartikel sind zu teuer. Das Fehlen in der Schule oder die nicht beendete Ausbildung hat negative Folgen auf ihre Bildung und Zukunft.
  • China
    Aufklärungsbedarf herrscht auch in China, wo Tampons eine Seltenheit sind: Laut "The Guardian" benutzen dort nur zwei Prozent der Frauen Tampons – aus Angst, dass sie ihrer Gesundheit schaden könnten, oder das Einführen ihr Jungfernhäutchen beschädigen könnte. Die fehlende Nachfrage hat sich auf die Produktion ausgewirkt: Im Jahr 2015 wurde in China kein einziger Tampon produziert.
  • England
    Unvorstellbar: Auch ganz in unserer Nähe fehlen Mädels aufgrund ihrer Periode in der Schule – und zwar nicht wegen Schmerzen, sondern weil sie sich keine Tampons oder Binden leisten können, berichtet der "Independent". Genauer gesagt fehlten im Jahr 2017 mehr als 137'000 junge Frauen im Unterricht. Zudem gefährden sie ihre Gesundheit, indem sie Hygieneartikel aus Kostengründen länger tragen als empfohlen.
  • Malawi
    In Malawi, Afrika, verpassen 70 Prozent der Mädchen jeden Monat bis zu drei Tage Unterricht, weil sie an den Schulen keine Möglichkeit haben, sich zu waschen, Hygieneartikel zu wechseln oder zu kaufen. Aufgrund dieser Ausfälle müssen viele von ihnen die Schule verlassen. "Die Folgen eines Schulabbruchs wirken sich auf ihr gesamtes Leben aus. Sie haben dadurch kein Einkommen und laufen Gefahr, bereits im Kindesalter verheiratet zu werden", so Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland.
  • USA
    Wie auch in der Schweiz werden Hygieneartikel für die Periode in den Vereinigten Staaten als "Luxusartikel" besteuert. Solche Artikel werden als "nicht notwendig" angesehen. Frauen, die sie sich nicht leisten können, haben mit schweren Nachteilen zu kämpfen. So schreibt zum Beispiel die "Teen Vogue", dass der Preis von Hygieneartikeln obdachlose Frauen dazu zwingt, sich zwischen Tampons oder dem Einkauf von Essen zu entscheiden.
  • Nepal
    Wir haben bereits in einem Video davon berichtet: In Nepal gibt es die sogenannte Chhaupadi-Tradition, die Frauen während ihrer Periode regelrecht aus ihrem sozialen Umfeld verbannt, weil sie in der Zeit ihrer Menstruation als unrein angesehen werden. Den Frauen drohen in dieser Zeit Krankheiten, Vergewaltigung und sogar der Tod. Aber es gibt Hoffnung: Das Land hat Chhaupadi 2017 verboten, ein entsprechendes Gesetz soll im August 2018 in Kraft treten.

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