viviane sassen
Viviane Sassen für "REmagazine"

"Ich mache Erotik für Frauen"

von Marie Hettich

19 DEZEMBER 2016

Fashion

Ob "Vogue", Missoni oder Acne: Viviane Sassen arbeitet als Fotografin für die grössten Namen der Fashion-Branche. Wir haben uns mit der Holländerin über Fashionpartys, Terry Richardson und Feminismus unterhalten.

Frau Sassen, was machen sie nach einem langen Shooting-Tag am liebsten? Meinem Sohn Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Wenn ich nicht zuhause in Amsterdam bin, gehe ich vielleicht mit dem Team etwas essen und dann früh ins Bett.

Keine wilden Fashion-Partys? Ich gehe nie an solche Partys, nicht mal an die Fashion Weeks. Immer wenn ich all diese verrückten Geschichten höre, merke ich, dass ich eigentlich überhaupt nicht zur Modeszene dazugehören.

Bleiben Sie dem Ganzen also absichtlich fern? Ja, für mich ist diese Aussenposition sehr gemütlich. Ich bin wahrscheinlich zu holländisch, zu bodenständig, um mich grossartig dabei zu fühlen, mit dem dicken Auto durch New York zu fahren oder Champagner zu trinken.

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®duy vo , viviane sassen

Vor langer Zeit haben Sie einmal gesagt, dass Sie Terry Richardsons Fotos an ihre eigenen erinnern. Ist das immer noch so? Nein. Mir sind damals seine Fotos aufgefallen, weil sie erotisch, aber trotzdem humvorvoll waren. Für mich als Mädchen vom Land war das sehr befreiend. Terry und ich sind heute eher komplett das Gegenteil.

Sie zeigen ihre Models auch immer wieder nackt, aber im Gegensatz zu Richardson selten ihre Gesichter. Genau, dann geht es nämlich nicht um die Person, sondern das Foto ist allgemeingültiger. Eine Frau, die ihre Brust, aber nicht ihr Gesicht zeigt, macht sich bewusst zum Objekt – und zwar ohne ihre Seele dabei herzugeben.

Ein feministischer Ansatz also? Nicht unbedingt. Aber Erotik, die geheimnisvoller ist und nicht plakativ auf die männliche Begierde abzielt. Ich mache lieber Erotik für Frauen.

Wie muss ein Model sein, damit Sie es wieder buchen würden? Es gibt viele Mädchen, die Angst davor haben, hässlich auszusehen, und die auf Knopfdruck ihre Modelposen abspulen. Ich mag starke Frauen, die mutig sind und sich vor der Kamera fallenlassen. Nur so entsteht ein interessantes Foto.

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