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Endlich muss R.Kelly büssen

von Stephanie Vinzens

14 MAI 2018

Entertainment

R. Kelly ist mehrfach wegen Missbrauch und Kinderpornografie angeklagt worden – stets ohne Folgen. Der Streamingdienst Spotify macht nun einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den R&B-Sänger.

Nach jahrzehntelangen Missbrauchsvorwürfen ist der R&B-Sänger R. Kelly nun für einmal nicht so glimpflich davon gekommen: Der Streamingdienst Spotify verbannt den 51-Jährigen aufgrund neuer Richtlinien aus den Playlists. Ein ziemlicher Schlag für den "I believe I can fly"-Interpreten – denn gerade heute, wo Streamingdienste immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist es für Künstler umso wichtiger, in Playlists promotet zu werden.

Nicht alle begrüssen die Entscheidung von Spotify. Terrence Henderson, der schon Rapper Kendrick Lamar produziert hat, twittert: "Woah. Zensieren sie jetzt schon die Musik? Das ist gefährlich." Von Zensur könne jedoch nicht die Rede sein. Gegenüber "Billboard" erklärt Spotify: "Seine Musik wird weiterhin verfügbar sein, aber Spotify wird sie nicht promoten. Wir wollen, dass das, was wir in unseren Playlists zusammenstellen, unseren Werten entspricht."

Reaktion auf die #MuteRKelly-Kampagne

Spotifys Entscheidung ist eine Reaktion auf die #MuteRKelly-Kampagne, die vom Women-of-Colour-Komitee der "Time’s Up"-Bewegung lanciert wurde. Ende April schrieben die Mitglieder in einem öffentlichen Brief: "Wir fordern angemessene Ermittlungen und Untersuchungen der Vorwürfe gegen R. Kelly, die von Frauen und ihren Familien über Jahrzehnte erhoben worden sind." Zudem haben sie Unternehmen wie RCA Records, Ticketmaster, Apple Music und auch Spotify dazu aufgerufen, ihre Zusammenarbeit mit dem Sänger zu überdenken – letztere machen nun den Anfang.

Schon seit den Anfängen seiner Karriere wird R. Kelly beschuldigt, Sex mit Minderjährigen zu haben. 1994 heiratete er die damals noch unbekannte Sängerin Aaliyah – er war 27, sie 15. Die Hochzeit wurde nur durch gefälschte Dokumente möglich. Einige Monate später annullierten sie die Ehe. Aaliyah musste damals einen Vertrag unterschreiben, "keine rechtlichen Schritte gegen körperliche Verletzungen oder emotionales Leid durch Übergriffe von Kelly" zu erheben.

Sexueller Missbrauch und Kinderpornografie ohne Folgen

In den darauffolgenden Jahren tauchten immer wieder Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen R. Kelly auf. Bis heute wurde der Star von der Polizei zudem in über 30 Fällen wegen Kinderpornografie angeklagt. Doch ohne Folgen für den Musiker – entweder es fehlten Beweise oder R. Kelly regelte alles aussergerichtlich. Unglaublich, was man mit Geld alles machen kann.

Erst letztes Jahr deckte ein Journalist zudem auf, dass R. Kelly in seinen Häusern mehrere junge Frauen als Sex-Sklavinnen hält. Laut "Buzzfeed" müssen sie ihn angeblich "Daddy" nennen und um Erlaubnis bitten, die Toilette zu benutzen. Ihnen werde vorgeschrieben, was sie essen, wie sich sich anziehen, wann sie schlafen und wie sie sich in den Sexfilmen, die er von ihnen drehe, zu verhalten haben. Das Team von R. Kelly bestreitet jenste Vorwürfe seit Beginn seiner Karriere vehement – die lügenden Opfer seien das Problem.

Angesichts der grausigen Taten, die R. Kelly in seiner fast 30-jährigen Karriere mit höchster Wahrscheinlichkeit begangen hat, ist die Entscheidung von Spotify nur ein erster kleiner Schritt. Immerhin zeigt sie, dass Männer mit Macht und Geld nicht mehr komplett unangreifbar sind.

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