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"Die Diagnose ist nicht das Schlimme, sondern der Weg dahin"

von Gina Buhl

28 MAI 2018

Health

Eure Reaktionen auf unsere Geschichte über das PCO-Syndrom haben gezeigt: Es wird höchste Zeit, dass diese hormonelle Störung endlich bekannter wird.

Jede fünfte Frau in der Schweiz leidet unter dem Polyzystischen Ovarialsyndrom, kurz PCOS. Übermässiger Haarwuchs, unerklärliche Gewichtszunahme und ein extrem unregelmässiger Zyklus gehören bei den meisten zu den Symptomen. Der Grund dafür sind Androgene (männliche Hormone), von denen bei betroffenen Frauen zu viele vorhanden sind. Sie hemmen die Funktion der Eierstöcke, was im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen kann. Und das, obwohl es bei rechtzeitiger Diagnose gar nicht so weit kommen müsste.

Wir haben nach euren Erfahrungen mit dem PCO-Syndrom gefragt und sind von den Geschichten wirklich beeindruckt. Danke für eure offenen Worte!

"Niemand konnte mir helfen"

Vielen von euch scheint es mit der Diagnose sehr ähnlich ergangen zu sein: Es hat erschreckend lange gedauert, bis sie überhaupt gestellt wurde. Userin Nadine etwa schreibt: "Ich war bei fünf verschiedenen Frauenärzten und keiner konnte mir helfen. Es hiess immer, mein Mann sei unfruchtbar. Ich finde es schlimm, dass die Ärzte (...) nicht genau hingeschaut haben, obwohl ich sie darauf aufmerksam gemacht habe, dass mit mir was nicht stimmt."

Auch Userin lostandfound erging es so: "Die Diagnose selbst war für mich gar nicht der schlimme Teil – sondern der Weg dahin. Es brauchte fünf verschiedene Fachärzte, bis das PCOS feststand, (...) inklusive einer Frauenärztin, die nichts zu sagen hatte ausser 'Ja, da sind Sie wohl einfach viel zu dick geworden in ihrem Austauschjahr.'"

Alexandra

"Mein damaliger Frauenarzt sagte mir, ich müsse halt abnehmen, dann käme das schon in Ordnung"

Tatsächlich ist die krasse Gewichtszunahme bei fast allen von euch ein Thema: "Mein damaliger Frauenarzt sagte mir, ich müsse halt abnehmen, dann käme das schon in Ordnung. Ich habe 2011 innerhalb von 8 Monaten 26 Kilo zugenommen, was er scheinbar für normal hielt", erzählt Userin Alexandrabere. Ein vermeintlich gut gemeinter Ratschlag, den sich viele von euch anhören mussten.

Nur: So einfach ist das gar nicht, wie auch Userin lostandfound weiss: "Die Lösung für PCOS wäre Abnehmen, aber PCOS erschwert den Abbau von Zucker, also ist Abnehmen eine noch schwierigere Aufgabe, als sie sowieso schon ist." Abspecken war für die meisten von euch quasi unmöglich.

Was euch geholfen hat

Vor allem die Hormone der Pille sollen, so auch eure Schilderungen, gegen die Symptome helfen. Doch das scheint, wie etwa Userin Ameliawilliams schreibt, nicht die ultimative Lösung zu sein: "Ich habe vier verschiedene Pillen genommen: Bei manchen kam mein Zyklus komplett durcheinander, bei anderen war ich sehr launisch oder hatte nach einigen Jahren plötzlich starke Stimmungsschwankungen." Seit drei Monaten habe sie die Pille abgesetzt und warte nun darauf, dass sich ihr Zyklus wieder normalisiere. 

PCOS muss bekannter werden

Diabetes-Medikamente scheinen dagegen vielen geholfen zu haben: Userin Alexandra etwa hat dank den Diabetes-Mitteln 14 Kilogramm verloren (nachdem sie erst 26 Kilo zugenommen hatte). Und auch Userin Kat erzählt, dass sie nach fünf Monaten Medis wieder einen Zyklus hatte und sogar schwanger wurde. Für Userin Schlolli waren natürliche Mittel der Schlüssel. Sie habe dank ihnen wieder einen normalen Zyklus und sei hoffnungsvoll, was die Zukunft anginge.

So unterschiedlich eure Geschichten auch sind, eine Aussage schwingt bei allen mit: PCOS ist eine Krankheit, die unbedingt prominenter werden sollte. Damit Frauen von Anfang an sensibilisierter mit den Symptomen umgehen – und Ärzte früher darauf aufmerksam werden.

Habt ihr noch Fragen? Wir versuchen sie für euch zu klären!

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