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Darum sollte jede Frau das PCO-Syndrom kennen

von Gina Buhl

26 MAI 2018

Health

Obwohl jede fünfte Frau in der Schweiz unter der hormonellen Störung leidet, wissen nur wenige darüber Bescheid. Zeit, das zu ändern.

Oft erfahren Frauen erst davon, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt oder die Mens nach dem Absetzen der Pille ausbleibt – die Symptome sind allerdings schon lange vorher da: Sie nehmen aus unerklärlichen Gründen an Gewicht zu, an Kinn oder Oberlippe spriessen plötzlich Haare, der Zyklus wird unregelmässig oder die Mens bleibt ganz aus. Die Diagnose lautet bei jeder fünften Frau in der Schweiz dann: Polyzystisches Ovarialsyndrom, kurz PCOS.

Poly was?

Hinter dem komplizierten Namen steckt eine hormonelle Störung, die bei Frauen zu einem Überfluss an männlichen Hormonen – auch Androgene genannt – führt. Eine gewisse Anzahl an männlichen Hormonen ist normal – sind aber aufgrund des PCOs aber zu viele, hat das negative Auswirkungen auf die Funktion und die Anatomie der Eierstöcke. Und im schlimmsten Fall führt es zu Unfruchtbarkeit. 

Habt ihr schon mal vom PCO-Syndrom gehört?

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Folgendes passiert: Die Eibläschen wachsen beim PCO-Syndrom erst – schrumpfen dann unter der Einwirkung der männlichen Hormone so sehr, dass daraus keine befruchtungsfähige Eizelle mehr entstehen kann. Weil das Ausreifen des monatlichen Eibläschens ausbleibt, findet kein Eisprung statt und die Betroffenen können nicht mehr schwanger werden. Kein Eisprung bedeutet Zyklusstörungen. Wenn die Eibläschen zugrunde gehen, entstehen viele kleine Narben im Eierstockgewebe. Auf Dauer führt das zu anatomischen Veränderungen des Eierstocks, was ihn in seiner Funktion als Hormonproduzent schädigt. Neusten Untersuchungen zu Folge ist die Entstehung des PCOs erblich bedingt.

Die Pille als Symptom-Deckmantel

Woran es liegt, dass viele Frauen oft jahrelang unbemerkt mit dem PCOS leben? Tatsächlich steckt oft die Pille dahinter. Die hemmt die Androgenproduktion und versetzt die Eierstöcke in den Ruhemodus. Sobald sie abgesetzt wird, steigt der männliche Hormonspiegel – und der Eisprung bleibt aus. Die Behandlungsmöglichkeiten sind bisher gering – und auch ziemlich frustrierend: Vielen Frauen wird nämlich geraten, einfach wieder mit der Pille anzufangen. Alternativ werden Cortisonpräparate verschrieben, in der Alternativmedizin werden Präparate mit Mönchspfeffer genannt.

Habt ihr selber PCOS oder kennt ihr jemanden? Wenn ja, was hat geholfen?

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