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Darf Bonnie so mit dem Vater ihres Babys umgehen?

von Marie Hettich

24 MAI 2018

Life

Model Bonnie Strange hat am Montag eine Tochter zur Welt gebracht – und ihren Exfreund und Vater des Kindes aus dem Krankenhaus werfen lassen. Wir haben bei einem Experten nachgefragt, wie es um seine Vaterschaftsrechte steht.

Am Montag ist das deutsche Model Bonnie Strange Mutter geworden. Verkündet hat das einen Tag später nicht die 31-Jährige selbst, sondern Leebo Freeman, ihr Ex-Freund und Vater des Kindes: "Gestern Abend ist meine Tochter geboren. Ich hatte keine Ahnung davon, dass Bonnie überhaupt in den Wehen liegt – und als ich nach der Geburt im Krankenhaus ankam, hat mich die Hebamme sofort von einem Security-Team rauswerfen lassen", so Leebo in einer Insta-Story. "Mir wurde keine einzige Frage zu meiner Tochter beantwortet." Am Ende schreibt er: "Ist das okay?" Und in einer weiteren Story: "Ich werde für dich kämpfen, mein kleiner Schatz."

Dass das 29-jährige britische Model und Bonnie kein Paar mehr sind, ist bekannt. Angeblich soll er sie erst vor ein paar Wochen betrogen und Bonnie daraufhin mit ihm Schluss gemacht haben. Seitdem steht "Single Mommy" in Bonnies Insta-Bio, "alleinerziehendes Mami". Trotz allem ist Leebos Frage berechtigt: Darf Bonnie einfach bestimmen, dass er seine Tochter nicht sehen und auch überhaupt nichts über sie wissen darf? Und wie soll das in Zukunft weitergehen?

In Deutschland, wo die beiden leben, müssen unverheiratete Eltern wie Bonnie und Leebo, das gemeinsame Sorgerecht extra beantragen – sonst hat es nur die Mutter. Wenn das nicht passiert ist, kann der Vater zumindest seine Vaterschaft anerkennen lassen – aber auch dafür braucht er die Zustimmung der Frau. Falls sie sich querstellt, bleibt nur noch eine Option: Der Fall geht vor das Familiengericht und der Vater erhebt eine sogenannte Klage auf Vaterschaftsfeststellung. Erst wenn die durchgeht, darf er auch mit seinem Kind Kontakt haben, muss dann aber natürlich auch Unterhalt zahlen. 

Yvo Biderbost, Rechtsdienst-Leiter der Zürcher KESB, bezeichnet Bonnies und Leebos Fall als "klassischen Elternkonflikt, der tragischerweise auf dem Buckel des Kindes ausgetragen wird". "Ganz nach dem Motto: Wenn sich zwei streiten, leidet der Dritte."

Vaterschaftsanerkennung ohne Unterschrift der Frau 

In der Schweiz sieht die Rechtslage für unverheiratete Eltern ähnlich aus – mit einem kleinen Unterschied: Der Vater kann seine Vaterschaft auf dem Zivilstandsamt ohne die Zustimmung der Mutter anerkennen lassen. Wenn sie das nicht will, muss sie im Nachhinein dagegen klagen. Für das gemeinsame Sorgerecht braucht es, wie in Deutschland, auch die Unterschrift der Frau. Falls sie sich weigert, kann sich der Vater an die KESB wenden, die – wie in Deutschland das Familiengericht – dazu verpflichtet ist, im Wohle des Kindes zu entscheiden. Heisst im Normfall, dass der Vater das gemeinsame Sorgerecht bekommt – ausser natürlich, von ihm geht eine Gefahr für das Kind aus.


Ob in Deutschland oder hier in der Schweiz: Zum jetzigen Zeitpunkt hat Leebo als Vater tatsächlich keinerlei Rechte – weil er zwar der leibliche, aber eben (noch) nicht der rechtliche Vater des Kindes ist.

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