jenniferlawrence
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Über dieses Bild wird gerade diskutiert

von Marie Hettich

21 FEBRUAR 2018

Life

Warum nur hat Jennifer Lawrence – im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen – bei 4 Grad Aussentemperatur keine Jacke an? Diese Frage beschäftigt derzeit Twitter.

Es ist schon ein merkwürdiges Bild: Jennifer Lawrence, 27, im tief ausgeschnittenen Schlitz-Kleid und High Heels – eingerahmt von zwei Männern links und zwei Männern rechts, die allesamt lange Hosen, Boots und Jacken tragen. Das Foto ist am Dienstag auf einer Terrasse eines Hotels in London entstanden, am Pressetag von "Red Sparrow", Jennifers neustem Film – bei vier Grad Aussentemperatur.

Kaum war das Foto online, entfachte eine Diskussion auf Twitter. Die einen finden: Dieses Bild beweist in aller Deutlichkeit, dass Frauen in Hollywood stets sexy auszusehen haben – auch wenn sie sich währenddessen den Arsch abfrieren. Und die anderen: Niemand sollte sich in JLaws Kleiderwahl einmischen – das geht nur sie etwas an!

"Denkt ihr, dass ich den Look mit einem Mantel zunichtemache?"

Die Schauspielerin hat sich gestern auf Facebook zu Wort gemeldet – stinksauer: "Wow. Ich weiss gar nicht, wo anfangen. Diese ganze Debatte ist nicht nur extrem lächerlich, ich fühle mich auch angegriffen. Das Versace-Kleid sah super aus – denkt ihr, dass ich den Look mit einem Mantel und Schal zunichtemache? (...) Mit diesem Kleid wäre ich auch im Schnee gestanden, weil ich Fashion liebe – und das ist ganz allein meine Entscheidung."

Ich musste sofort an mein Interview mit der Feministin Andi Zeisler denken. Sie hat mir erklärt, was "Choice Feminism" bedeutet: "Das Wort beschreibt, was hinter Aussagen wie "Ja, ich habe mir meine Brüste vergrössern lassen – aber es war komplett meine eigene, feministische Entscheidung" steckt: Nur weil die Frau von niemandem zur OP gezwungen wurde, heisst das nicht, dass ihre Entscheidung frei war. Jeder trifft seine Entscheidung abhängig von einem Kontext – in diesem Fall abhängig von Schönheitsidealen, die definitiv nicht von Feministinnen erfunden wurden", so Andi.

Im JLaw-Fall bedeutet das: Natürlich hat sie die Entscheidung selbst getroffen und natürlich geht diese Entscheidung theoretisch auch niemanden etwas an. Aber wäre JLaw ein Mann, wäre ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit eine warme Jacke wichtiger gewesen als ihr atemberaubendes Outfit. Und dass man darüber spricht, ist wiederum ziemlich wichtig.

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